Rückkehrer in Quarantäne

Coronavirus - China-Rückkehrer sind nicht infiziert

Die Rückkehrer aus China sind in den DRK Kliniken in Köpenick auf das Coronavirus getestet worden. Bisher sind alle Ergebnisse negativ.

Coronavirus verbreitet sich weiter rasend schnell

Zehntausende Erkrankte und viele hundert Tote: Das Coronavirus hat sich über die ganze Welt verbreitet. In Teilen Chinas steht das öffentliche Leben still. Die Symptome ähneln einer Grippe.

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  • Eine Maschine der Luftwaffe landete Sonntag in Tegel mit 20 Rückkehrern aus Wuhan in Berlin.
  • Die Rückkehrer sind in einem Isolierbereich in den Köpenicker DRK Kliniken untergebracht.
  • Am Montag wurde bekannt, dass keiner der Rückkehrer mit dem Coronavirus infiziert ist.
  • Die Corona-Tests werden regelmäßig wiederholt und in der Charité ausgewertet.

Berlin. Die ersten Testergebnisse waren negativ. Keiner der 20 am Sonnabend aus China zurückgekehrten Deutschen in einem früheren Verwaltungsgebäude der Köpenicker DRK-Kliniken ist mit dem Coronavirus infiziert. „Wir sind erleichtert“, sagte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Dennoch müssen die Rückkehrer, darunter zwei Familien mit insgesamt vier Kindern, noch 14 Tage in Quarantäne bleiben. Alle vier Tage würden sie aufs Neue von den Amtsärzten des zuständigen Bezirks Treptow-Köpenick untersucht, denn das Virus könne sich auch nach einem ersten negativen Resultat zeigen.

Die Tests werden in das Speziallabor an der Universitätsklinik Charité gebracht und dort analysiert. Sollte sich eine Infektion zeigen, werden die entsprechenden Patienten sogleich in die Charité transportiert und dort auf der Isolierstation untergebracht. Auf keinen Fall darf eine infizierte Person bei den anderen in Köpenick bleiben.

Keinerlei Kontakt zu den Patienten des Krankenhauses

Bisher sind aber alle Rückkehrer in Köpenick wohlauf, niemand zeige Krankheitssymptome. „Die 14-tägige Quarantäne für die Dauer einer längst möglichen Inkubationszeit unter Beobachtung ist eine Maßnahme, um die Betroffenen selbst und die Bevölkerung zu schützen“, sagte die Gesundheitssenatorin, „der Bevölkerungsschutz hat höchste Priorität für mich.“ Die Behörden legten am Montag auch Wert auf die Klarstellung, dass die China-Rückkehrer nicht in den DRK-Kliniken in Köpenick untergebracht seien, sondern in einem frei stehenden Nebengebäude. Es gebe daher keinerlei Kontakt zu den regulären Patienten, versicherte das Krankenhaus. Der Isolierbereich sei klar abgegrenzt und nicht zugänglich.

Auf Bitten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kümmert sich das Deutsche Rote Kreuz um die Menschen in Quarantäne. 120 Personen werden bereits seit einer Woche in einer Bundeswehr-Kaserne in Germersheim (Rheinland-Pfalz) betreut. In Berlin hatten sich die Behörden aber gegen eine Kaserne und für das Krankenhaus-Gebäude als Isolierstation entschieden.

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Für die 20 Nachzügler wurde das Gebäude in Köpenick von den Rote-Kreuz-Kräften zur Notunterkunft hergerichtet. Nur das Essen kommt aus den Küchen des Krankenhauses. Aber auch das Personal, das sich um die Menschen kümmert, wird nicht von der DRK-Klinik gestellt, sondern vom Landesverband Berlin des Roten Kreuzes beziehungsweise vom Generalsekretariat der Hilfsorganisation.

Betreuer müssen zwei Meter Abstand halten

Das Rote Kreuz verfüge über großer Erfahrung mit dem Aufbau und Betrieb von Notunterkünften ebenso wie generell mit dem Umgang mit Krisensituationen, sagte DRK-Sprecher Dieter Schütz. Insgesamt seien 24 Helfer in zwei Schichten für die 20 isolierten Menschen im Einsatz. Pro Schicht seien sechs Ehrenamtliche aus dem Berliner Landesverband dabei, dazu kämen vier Profis und zwei Ärzte.

Die Unterkunft haben die DRK-Leute ausgestattet mit Feldbetten, man habe ein Wlan für einen guten Internet-Empfang installiert, Yoga-Matten für die Bewegung angeliefert und Play-Stations zur Unterhaltung.

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Die Betreuer seien in zwei Kategorien eingeteilt. Die einen müssten stets mindestens zwei Meter Abstand zu den Isolierten halten. Sie stellen etwa das Essen vor die Tür oder legen einen Föhn auf den Tisch. Genauso verfahre man mit Spielsachen für die Kinder. Wenn die Menschen etwa in der Dusche oder auf der Toilette gewesen seien, würden die Räume gründlich gereinigt und desinfiziert.

Wer mit den Isolierten in Kontakt treten müsse, etwa für kleinere Untersuchungen, trage einen Schutzanzug, Schutzbrille, Atemmaske und Handschuhe. Mit dieser Ausrüstung, die keinen Millimeter Haut frei lasse, sei eine Ansteckung ausgeschlossen, versicherte der DRK-Sprecher. Zudem müssten sie vor und nach dem Kontakt mit den Menschen durch eine Sicherheitsschleuse gehen und ihre Schutzkleidung wechseln. Für die Menschen sei die Situation in Quarantäne trotz ihrer guten gesundheitlichen Verfassung belastend, so dass sie eine psychosoziale Betreuung benötigten.

In Berlin gibt es bisher kein Fall des Coronavirus

In Berlin ist bisher kein Fall des Coronavirus bekannt geworden. „Wir sind gut vorbereitet“, versicherte Senatorin Kalayci. Das Land habe einen Krisenstab eingerichtet, der die Lage genau beobachte und schnell handeln könne. Weltweit ist das Virus aber noch nicht unter Kontrolle. Mit 89 neuen Todesfällen durch die Lungenerkrankung, die Chinas Gesundheitsbehörde bestätigte, kletterte die Gesamtzahl der Opfer weltweit auf 813. An dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (Sars) waren 2002/2003 laut WHO 8096 Menschen erkrankt und weltweit 774 gestorben. Allein in Festland-China und Hongkong hatte es 648 Todesfälle geben.

Die Zahl der bestätigten Infektionen durch das Virus stieg in China auf mehr als 37.000 Fälle. Außerhalb Chinas sind bislang mehr als 300 Infektionen bestätigt, davon 14 in Deutschland. Am Sonntag wurde der erste Fall auf Mallorca bekannt.

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