Sportpolitik

Modernisierung des Olympiastadions kostet 70 Millionen Euro

Die Luftaufnahme zeigt das Olympiastadion am 21.05.2014 in Berlin.

Die Luftaufnahme zeigt das Olympiastadion am 21.05.2014 in Berlin.

Foto: dpa

Berlin. Das vor der Fußball-WM 2006 aufwendig umgebaute Olympiastadion im Berlin ist erneut sanierungsbedürftig. Der Senat geht davon aus, dass der Finanzbedarf für Modernisierungen bis 2029 etwa 70 Millionen Euro beträgt. Allein für Arbeiten am Glasdach seien mittelfristig 15 Millionen Euro nötig, teilte die Sportverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der AfD mit, über die am Donnerstag zuerst der "Tagesspiegel" berichtete. Schon jetzt laufen am Stadion Instandsetzungsarbeiten, etwa an 5 der 136 Außensäulen. Als Ersatzstütze dient bis zum Abschluss der Arbeiten ein Stahlkonstrukt.

Die absehbaren Sanierungskosten werfen Fragen auf, weil Bundesligist Hertha BSC als Hauptnutzer des Olympiastadions bis 2025 eine neue, reine Fußballarena bauen will. Allerdings dürfte der Zeitplan kaum noch zu halten sein, weil der vom Club favorisierte Standort auf dem Olympiagelände neben dem Stadion aufgrund ungeklärter Fragen vom Tisch ist und noch keine neue Fläche gefunden wurde. Derzeit prüft der Senat, ob der Flughafen Tegel, der nach der im Oktober geplanten BER-Eröffnung schließt, oder der benachbarte Festplatz für einen Stadionneubau in Frage kommen.

AfD-Sportexperte Frank Scheermesser regte vor diesem Hintergrund den Umbau des Olympiastadions zu einer modernen Multifunktionsarena als "großen Wurf" an, etwa mit flexiblen Tribünen. Nach Einschätzung von FDP-Sportfachmann Stefan Förster ist das wegen des Denkmalschutzes nicht möglich. Er forderte von Hertha eine klare Ansage, wie lange der Club das Olympiastadion nutzt. Davon sei abhängig, wie und mit welchem finanziellen Aufwand das Stadion modernisiert und umgebaut werden müsse.