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Messe „Gartenträume“: Was die Besucher erwartet

In der Station Berlin findet am Wochenende die Messe „Gartenträume“ mit mehr als 100 Ausstellern statt.

Die angehenden Landschaftsgärtner Lisa Wiesmeier (l.) und Franziska von Orde bepflanzen ein Beet.

Die angehenden Landschaftsgärtner Lisa Wiesmeier (l.) und Franziska von Orde bepflanzen ein Beet.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE FotoServices

Viele träumen vom eigenen Garten. Auch wenn in Berlin der Platz für grüne Flächen knapp wird, lässt sich dieser Traum verwirklichen. Etwa durch Tiny Gardens, die in Townhouses entstehen können. Oder durch einen vertikalen Garten an der Hauswand. Vielfältige Anregungen und Details bieten mehr als 100 Aussteller auf der Messe „Gartenträume“ noch bis zum Sonntag in der Station Berlin in Kreuzberg. „Es sind Experten, die man fragen kann“, so Messe-Chefin Marjon Nijkamp. Der Garten werde als Thema immer wichtiger. „Er ist der Rückzugsort der Zukunft.“ Fünf Tipps von Experten.

Klimatolerante Pflanzen

„Pflanzen treiben früher aus, und sie reifen länger“, sagt Felix Fischer von den Baumschulen Ewald Fischer in Rudow. Pflanzen würden gebraucht, die die geänderten klimatischen Bedingungen tolerieren. „Wir haben die Hitze, die Trockenheit und das höhere Aufkommen an Schädlingen.“ Hinzu komme Spätfrost als weitere Gefahr. Aus seiner Erfahrung, so Felix Fischer, seien Feldahorn, Apfeldorn und Himalaya-Birke geeignete Bäume für den privaten Garten. Bei Apfelbäumen könnten sich die langen Hitzesommer auch schädlich auf die Früchte auswirken, die am Stamm verfaulen. Pflaumen seien dagegen besser durch das Laubwerk geschützt. Fischer empfiehlt, heruntergefallenes Laub im Garten nicht komplett zu beseitigen, sondern zu integrieren, als Kompost und als Speicher von Feuchtigkeit.

Tiny Gardens

Der Unternehmer Matthias Lösch, Vorsitzender des Fachverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Berlin und Brandenburg, hat auf der Messe einen rund sieben Quadratmeter großen Tiny Garden gestaltet, mit Winterlingen, Schlüsselblumen und Schneeglöckchen. Er sei für Townhouses geeignet, aber auch für schmale Vorgärten, so Lösch. Nachhaltige Materialien wie Douglasienholz seien für die Terrasse und den Sichtschutz verwendet worden. Als Pflanzenboden können Dachgartensubstrate, etwa mit Ziegelsplitt, verwendet werden. Im Tiny Garden solle eine Vielfalt von Arten gepflanzt werden, die über das gesamte Jahr blühen und Früchte tragen, empfiehlt Lösch. Damit „Insekten immer Nahrung finden“. Auch Wasserspiele sind in kleinen Gärten oder auf dem Balkon möglich. Beispiele zeigt auf der Messe die Firma Oase-Teichbau. Etwa ein Weinfass mit aufgeschraubtem Aufsatz, der eine Wasserglocke entstehen lässt. Ein Gerät mit UVC-Lampe sorgt dafür, dass das Wasser klar bleibt.

Versickerung

„Wasser sollte da versickern, wo es anfällt“, sagt Stefan Kästner vom Berding-Werk in Rüdersdorf. Es stellt Pflastersteine her, die unterschiedlich geformt sind und in verschiedene Richtungen verlegt werden. So entstehen große Fugen, in denen Wasser versickern kann. Wie Betonsteine mit ihren Poren Wasser aufnehmen, demonstriert Andreas Voigt von der Firma Godelmann an ihrem Stand auf der Messe „Gartenträume“. Der Stein sauge die Feuchtigkeit wie ein Schwamm auf. Schadstoffe wie Feinstaub und Öl würden zurückgehalten. „Es ist nachgewiesen, dass durch diese Steine das Grundwasser geschützt wird.“

Vertikaler Garten

Wenn Platz zum Anpflanzen fehlt, ist auch ein vertikaler Garten an der Hauswand möglich. Auf der Messe „Gartenträume“ zeigt Thomas Gessler von der Verticalgreendesign GmbH in Berlin zwei Module. Die Pflanzen stecken in Vlies-Taschen. Knapp 50 solcher Taschen finden auf einem Quadratmeter Platz. Die Bewässerung geschieht durch einen Tank mit Pumpe. Zum Modul mit den Pflanztaschen gehört auch eine wasserdichte Schicht aus Polyester. Sie verhindert, dass sich die Wurzeln in Richtung Hauswand ausbreiten. Mit den Modulen können kleine Blumen-, Kräuter- oder Gemüsegärten entstehen. Bergpalmen, Farne, Drachenbaum und Erika stecken in den Pflanztaschen der Module auf der Messe. Ein Vorteil: Regenwasser kann vom Dach über den vertikalen Garten abgeleitet werden. „Dadurch verzögert es sich, und Überschwemmungen lassen sich vermeiden“, so Gessler. Vertikale Gärten könnten Schall absorbieren und würden für Wärmedämmung sorgen.

Smart Garden

„Der Garten ist wie ein grünes Wohnzimmer“, sagt Uwe Kinnemann, Landschaftsexperte und Unternehmer aus Zerbst. „Die Lichtsteuerung ist über das Smartphone möglich“, so der Firmenchef. „Man kann Szenen gestalten, zum Beispiel im Winter, wenn man drinnen am Kamin sitzt und draußen dezentes Licht haben möchte. Das kann man am Handy eingeben.“ Auch die Bewässerung lässt sich mit einer App steuern. Die Kopplung an einen Wetterdienst ist möglich. „Wenn 90 Prozent Regen vorausgesagt werden, schaltet sich die Bewässerung ab.“ Windmesser und Temperaturfühler können im Garten installiert und mit Apps gekoppelt werden.

Station Berlin, Luckenwalder Str. 4-6, Kreuzberg,

., So., 10-18 Uhr, Eintritt online neun Euro, Tageskasse zehn Euro. www.gartentraeume.com