Wettbewerb

Special Olympics kommen 2023 nach Berlin

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Anna Lindemann
Kennedy-Neffe Timothy Shriver vertritt die Special Olympics.

Kennedy-Neffe Timothy Shriver vertritt die Special Olympics.

Foto: David Heerde

Die Special Olympics, ein Wettbewerb für Sportler mit geistiger oder mehrfacher Behinderung, finden 2023 in Berlin statt.

„Gemeinsam stark sein“ ist das Motto der Special Olympics, die vom 16. bis zum 23. Juni 2023 nach Berlin kommen werden. Am Donnerstag wurde im Schloss Bellevue unter Beisein des Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier der Vertrag unterschrieben. Die Special Olympics, kurz SO, ist weltweit die größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung, die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) anerkannt ist. Bei den Spielen in Berlin werden voraussichtlich 7000 Athleten aus 170 Ländern in insgesamt 24 Disziplinen antreten. Special Olympics Deutschland e.V, der Ausrichter der Spiele, rechnet mit etwa einer halben Million Zuschauer.

„Wir denken an ein großes, schönes und buntes Ereignis“, sagte Bundespräsident Steinmeier anerkennend bei der Vertragsunterzeichnung. Der Verband selber sehe sich als Inklusionsbewegung. Ziel sei es, durch Sport eine Plattform zu schaffen, die Menschen mit geistiger Behinderung zu mehr Anerkennung und gesellschaftlicher Teilhabe verhelfe. Die Teilnahme an Wettkämpfen sei das Entscheidende, so der Ausrichter. Durch die Einteilung in homogene Leistungsgruppe habe aber jeder Athlet unabhängig vom Grad der geistigen oder mehrfachen Behinderung eine faire Chance zu gewinnen.

„Demokratie braucht Inklusion“, meinte Christiane Krajewski, Präsidentin der Special Olympics Deutschland (SOD). Sie freue sich über den großen Zuspruch, den der Verband für die Ausrichtung der Weltspiele erfahre. „Jetzt hoffen wir, dass es nicht bei einem Lippenbekenntnis bleibt.“ Darüber hinaus fordert die SO-Präsidentin, dass sich unabhängig von der Großveranstaltung alle Sportvereine für Athleten mit geistigen oder mehrfachen Behinderungen öffnen.

Special Olympics wurde 1968 in den USA gegründet

Gegründet wurde Special Olympics ursprünglich 1968 in den USA von Eunice Kennedy-Shriver, einer Schwester des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy. Heute ist ihr Sohn und Kennedys Neffe Timothy Shriver internationaler Vorsitzender der Special Olympics. Für ihn sei es eine große Ehre, die etwa 6 Millionen Special Olympics-Athleten aus insgesamt 174 Ländern zu repräsentieren. „Sie alle treten bei den Wettkämpfen an, um gesehen zu werden“, sagte Shriver.

Einer von ihnen ist Nyasha Derera, der als Athlet und Internationaler Athletensprecher aus Zimbabwe auftritt. Er freue sich sehr, dass die Special Olympics in die deutsche Hauptstadt kommen. „Danke, dass ihr euch dafür entscheidet, Menschen zu inkludieren“, sagte er bei der Vertragsunterzeichnung.

Auch die deutschen Kanu-Fahrerinnen Caroline Flegel und Isabelle Schildheuer seien begeistert. „Das erlebt man nicht alle Tage, dass so ein Event im eigenen Land stattfindet“, sagt Schildhauer, und Flegel ergänzt: „Ich wünsche mir, dass man die Special Olympics im ganzen Land spüren wird.“ Die beiden traten bereits in den Special Olympics in Abu Dhabi als „unified Partners“ an. Dieses Angebot ermöglicht es, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport machen.

Neben den Weltspielen 2023 schaffe SOD auch im Alltag ein ganzjähriges und regelmäßiges Sportangebot für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung. So gebe es regionale und nationale Wettkämpfe in einer Vielzahl von Sportarten. Etwa 40.000 Athleten aus allen Bundesländern gehören zu Special Olympics Deutschland. Auch Berlin-Brandenburg hat einen eigenen Landesverband.