Coronavirus

Freie Universität genehmigt keine Dienstreisen nach China

Dienstreisen nach China werden von der FU zurzeit nicht genehmigt. Im Corona-Verdachtsfall in Charlottenburg gab es Entwarnung.

Feuerwehrleute in Schutzanzügen bringen die Frau zum Rettungswagen.

Feuerwehrleute in Schutzanzügen bringen die Frau zum Rettungswagen.

Foto: Morris Pudwell

Berlin/Potsdam. Aufgrund der Lage in China wegen des sich verbreitenden Coronavirus hat die Freie Universität (FU) alle Dienstreisen nach China abgesagt. Die Universität teilte mit, dass sie "aus Fürsorgegründen (...) zurzeit keine Dienstreisen nach China genehmigt oder angeordnet" würden. Bereits erteilte Genehmigungen für China-Reisen würden zurückgenommen. Die Kosten dafür werde die FU übernehmen.

Entwarnung nach Einsatz in Berlin-Charlottenburg

Entwarnung nach Einsatz wegen möglichen Corona-Falls in Berlin-Charlottenburg: Die Berliner Feuerwehr wurde am Sonntagnachmittag gegen 14.30 Uhr ian die Suarezstraße gerufen. In Schutzanzügen trugen die Einsatzkräfte eine Frau auf einer Trage zu einem sogenannten Intensivtransportwagen. Ihre persönlichen Sachen wurden in Plastiksäcken sichergestellt. Nach Informationen der Berliner Morgenpost hatte die Feuerwehr die Maßnahmen ergriffen, weil eine Infektion mit dem Corona-Virus nicht ausgeschlossen werden konnte.

Die Frau wurde ins Virchow-Klinikum gebracht. Am Abend gab es allerdings Entwarnung: Wie die Feuerwehr der Berliner Morgenpost mitteilte, liege keine Infektion mit dem Corona-Virus vor.

Bei Verdacht auf eine solche "möglicherweise infektiöse Krankheit" sei das Vorgehen üblich, sagte ein Feuerwehrsprecher der Berliner Morgenpost. "Zum Selbstschutz der Kräfte."

Erst am Donnerstag war in Frankfurt (Oder) eine Person mit dem Verdacht auf das Coronavirus im Klinikum Markendorf eingeliefert worden. Einen Tag später teilte der Landkreis Märkisch-Oderland mit, dass der Test beim Patienten negativ gewesen sei. Mindestens drei Anfangsverdachtsfälle waren im Land gemeldet worden - bei allen gab es Entwarnung. Alle drei Patienten wurden vorsorglich isoliert und beobachtet.

Coronavirus-Verdachtsfälle in Brandenburg: Entwarnung bei Schülerin in Potsdam

Der erste Corona-Verdachtsfall in Potsdam hat sich als unbegründet herausgestellt. Wie das Schiller-Gymnasium am Donnerstag mitteilte, sei ein entsprechender medizinischer Test einer chinesischen Schülerin negativ ausgefallen. Die Schüler der Klassenstufe 10 war zuvor in das Ernst-von-Bergmann-Klinikum gebracht worden. „Vorsorglich wurden Schutzmaßnahmen ergriffen für den Fall, dass sie das Corona-Virus trägt“, hieß es.

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Da die Schülerin schon mehrere Tage nicht in der Schule war, habe keine Ansteckungsgefahr durch einen Aufenthalt im Schulgebäude bestanden, wie das Gymnasium weiter mitteilte. „Die Schülerinnen und Schüler, mit denen sie zusammen wohnt, sind frei von Anzeichen, bleiben vorsichtshalber zu Hause.“ Die Schule war trotz des Verdachtsfalls weiter geöffnet geblieben. Zugleich hieß es: "Wir stellen es frei, die Schülerinnen und Schüler bis zum Vorliegen des Befundes zu Hause zu lassen."

Auch das dürfte nun hinfällig sein. "Das Gesundheitsamt teilte uns mit, dass die betroffene Schülerin das Krankenhaus heute noch verlassen kann, und bedankte sich für unser umsichtiges Handeln", heißt es auf der Website der Schule. "Mithin kann der Unterricht am Freitag, dem 31.01.2020, planmäßig stattfinden."

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Coronavirus - Verdachtsfall in Potsdam: Schülerin isoliert

In der Klinik sei die Person isoliert worden und werde beobachtet und behandelt, sagte ein Ministeriumssprecher. Ein medizinischer Schnelltest wurde in der Berliner Charité analysiert.

Der erste Verdachtsfall in Brandenburg sei es nicht, sagte der Ministeriumssprecher weiter - aber der erste in Potsdam. Es habe bereits am Dienstag eine Person gegeben, die isoliert wurde. Sie kam den Angaben zufolge aus China - aber nicht aus dem dortigen Risikogebiet. Der Test auf das Coronavirus sei allerdings negativ verlaufen.

Die Sprecherin des Ernst-von-Bergmann-Klinikums, Damaris Hunsmann, sagte zum Verdachtsfall am Mittwoch: „Der Rettungswagen hat mit der Person am frühen Abend das Klinikum angefahren. Wir wussten Bescheid und waren vorbereitet.“Die Schülerin sei in die Klinik für Infektiologie verlegt und dort ebenfalls isoliert worden. Welche Symptome die Person habe, falle unter die ärztliche Schweigepflicht.

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Coronavirus breitet sich aus: Berlin rät von Reisen nach China ab

Wegen der rasanten Ausbreitung der Lungenkrankheit rät das Auswärtige Amt von Reisen nach China ab. Die Infektionen und Todesfälle erlebten bis Freitag den größten Anstieg innerhalb eines Tages. Die Zahl der Patienten mit dem neuartigen Coronavirus kletterte um 1981 auf 9692, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. Die Zahl der Toten stieg um 42 auf 213. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte am Donnerstagabend die Ausbreitung des Virus zu einer „gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite“. Die 190 Mitgliedsländer werden damit von der WHO empfohlene Krisenmaßnahmen untereinander koordinieren.

Bundesbürger sollten von Reisen nach China absehen. „Verschieben Sie nach Möglichkeit nicht notwendige Reisen nach China“, heißt es in neuen Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes. Vor einem Besuch in der schwer betroffenen Provinz Hubei wird ausdrücklich gewarnt. Noch deutlicher rief die US-Regierung ihre Staatsbürger dazu auf, nicht mehr nach China zu reisen. Auch sollten Amerikaner in China die Ausreise erwägen. Der US-Reisehinweis für China wurde auf die höchste von vier Warnstufen hochgesetzt: „Nicht reisen.“ Viele Airlines wie auch die Lufthansa haben ihre Flüge nach China bereits ausgesetzt. Aus diesem Grund kündigte Peking eine Rückholaktion für im Ausland gestrandete Landsleute an, die aus Wuhan stammen.

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Außerhalb der Volksrepublik sind schon mehr als 120 Infektionen in rund 20 Ländern festgestellt worden. In Deutschland bestätigte das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend einen fünften Fall. Der Patient ist ein Mitarbeiter der Firma Webasto aus dem Landkreis Starnberg, bei der auch die vier zuvor bekannten Infizierten beschäftigt sind. Die Ansteckung ging von einer Kollegin aus China aus, wo jetzt jede Provinz und Region betroffen ist.