Kriminalität

Weniger Straftaten an Silvester in Berlin

Der Berliner Senat zählte 1576 Straftaten zum Jahreswechsel – ein Minus von 38 Prozent. FDP sieht Böllerverbot trotzdem weiter kritisch.

Am Silvesterabend herrschte auf dem Alexanderplatz ein Böllerverbot. Laut Senat konnte man dadurch Straftaten verhindern.

Am Silvesterabend herrschte auf dem Alexanderplatz ein Böllerverbot. Laut Senat konnte man dadurch Straftaten verhindern.

Foto: Paul Zinken / dpa

Die Berliner haben eine friedlichere Silvesternacht erlebt als im Jahr davor. Während die Polizei zu Silvester 2018/19 noch 2256 Straftaten zählte, waren es zwischen dem 31. Dezember 2019 um 18 Uhr und dem 1. Januar 2020 um 6 Uhr 1576. Das entspricht einem Minus von 38 Prozent. Das geht aus der Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage des Berliner FDP-Abgeordneten Marcel Luthe hervor, die der Morgenpost vorliegt.

Mit einem Minus von 81 Prozent ist die Zahl der Vermögensdelikte, wozu beispielsweise räuberische Erpressung gehört, am stärksten zurückgegangen. Während im Vorjahr noch 134 Fälle gezählt wurden, waren es dieses Silvester nur 25. Die Zahl der Sexualdelikte ist von 33 auf elf um zwei Drittel gesunken. Beim einfachen Diebstahl hat sich die Fallzahl von 359 auf 176 halbiert. Beim schweren Diebstahl, also Einbruch, sind es 119 zu diesem und 203 beim vergangenen Jahreswechsel gewesen – minus 41 Prozent.

Die Rohheitsdelikte, wozu Körperverletzung zählt, sind von 423 auf 295 um 30 Prozent gesunken. Den schwächsten Rückgang von 14 Prozent gibt es bei den „Sonstigen Straftaten“. Hier wurden zum Jahreswechsel 2018/19 insgesamt 1103 Fälle gezählt, zum Jahreswechsel 2019/20 waren es 950.

Silvester in Berlin: Auch weniger Delikte mit Böllern und Feuerwerk

Wie die Senatsverwaltung weiter ausführt, wurden die Straftaten in 83 Fällen mit einem pyrotechnischen Gegenstand begangen. 17-mal wurden Menschen damit angegriffen, bei 66 Fällen handelt es sich um sonstige Straftaten, überwiegend Sachbeschädigung sowie Verstöße gegen das Waffen- und das Sprengstoffgesetz. Ein Jahr zuvor waren es noch 106 Fälle gewesen.

Für Luthe ist das ein Beleg, dass die beiden erstmalig eingerichteten Böllerverbotszonen am Alexanderplatz und an der Schöneberger Pallasstraße ihr Ziel verfehlt haben und in keiner Relation zum Aufwand stehen. Denn die Zahl der Straftaten mit Pyrotechnik sei nur um 20 Prozent gesunken. „In absoluten Zahlen sind es sage und schreibe 23 Taten weniger, für die mehrere Hundertschaften eingesetzt wurden.“ Er plädiert dafür, dass diese Kräfte stadtweit bereits bestehende Verbote durchsetzen sollen. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) wertete die Verbotszonen zuletzt als „vollen Erfolg“.

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