Kriminalität

Zehn Jahre nach Canisius: Missbrauchsbeauftragten-Bilanz

Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs.

Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs.

Foto: dpa

Berlin. Zehn Jahre nach Aufdeckung der Missbrauchsfälle am katholischen Elitegymnasium Canisius-Kolleg in Berlin will der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, am Dienstag Bilanz ziehen. Nach dem Bekanntwerden der Vorgänge an dem Kolleg waren in ganz Deutschland viele weitere Missbrauchsfälle durch katholische Laien, Priester und Ordensleute ans Licht gekommen.

Die Bundesregierung hatte mit der Einsetzung eines Missbrauchsbeauftragten und der Einrichtung einer unabhängigen Kommission reagiert, die Betroffene anonym anhört und versucht Strukturen aufzudecken, die Kindesmissbrauch begünstigen. Die Kommissionsvorsitzende Sabine Andresen hatte am Montag Kritik geübt: Nach wie vor würden nicht entschieden genug von allen Institutionen Aufarbeitung, Schutzkonzepte und die Anerkennung der Rechte von Kindern und Jugendlichen eingefordert.