Naturkundemuseum

25.000 Besucher nehmen Abschied von T-Rex Tristan Otto

Vor dem Naturkundemuseum bildete sich eine mehr als 200 Meter lange Schlange. Alle wollten den Saurier ein letztes Mal sehen.

Schlangestehen für Tristan Otto

Zahlreiche Menschen stehen vor dem Naturkundemuseum Schlange, um noch mal T-Rex Tristan Otto zu sehen. Das Skelett verlässt Berlin.

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Berlin. Es ist zwar nur ein Abschied auf Zeit – aber den wollten sich viele Berliner und ihre Gäste nicht entgehen lassen: Vom Freitagabend bis Sonntagabend kamen noch einmal mehr als 25.000 Besucher in das Museum für Naturkunde in der Invalidenstraße. „Wir sind überwältigt von dem Ansturm“, sagt Stefanie Krzyzniewski, Leiterin der Pressestelle. Allein am Sonntag seien es 11.000 Besucher gewesen. Sonst kämen an diesem Tag zwischen 3000 und 4000. Bei freiem Eintritt nutzten viele Familien mit Kindern die Chance, noch einmal das Skelett des Tyrannosaurus rex – besser bekannt als Dinosaurier Tristan Otto – zu sehen.

Zum Abschied hatte das Naturkundemuseum ein Fest veranstaltet mit zahlreichen Aktionen, wie einem Dino-Wissensquiz. Kinder konnten sich von einer Schminkkünstlerin in einen Dinosaurier verwandeln lassen. Dazu war eine Dokumentation über den Aufbau von Tristan und seine ersten Wochen in Berlin zu sehen.

Am heutigen Montag beginnt das große Einpacken. Dafür wird das Skelett in seine Einzelteile zerlegt und verpackt. Der T-Rex verlässt Berlin, um für ein Jahr in der Heimat seines Besitzers, in Dänemark, gezeigt zu werden. Tristan ist von April 2020 bis März 2021 im Naturkundemuseum in Kopenhagen zu sehen. Dort steht er im Mittelpunkt der Ausstellung „König der Dinosaurier“, die der Frage nachgeht, wie sich die verschiedenen Dinosaurier entwickelt und angepasst haben, um bessere Jäger und nicht gefressen zu werden. Anhand von Tristan Otto und einer Reihe einzigartiger Dinosaurierfossilien soll die Geschichte der Erde in der Kopenhagener Ausstellung gezeigt werden. Im Anschluss daran soll das Skelett des Giganten wieder nach Berlin zurückkehren.

Viele Forscher haben sich mit dem T.rex beschäftigt

Vier Jahre lang waren die Knochen des 66 Millionen Jahre alte Dinos im Berliner Naturkundemuseum zu sehen. Seine Ankunft wurde genauso spektakulär gefeiert, wie jetzt sein vorübergehender Abschied. Drei Millionen Besucher kamen in den vergangenen vier Jahren in das Naturkundemuseum, um den letzten großen Raubsaurier zu sehen. Forscher der Leibniz-Gemeinschaft haben die Gelegenheit genutzt, um die Knochen zu untersuchen und damit mehr über den T-Rex zu erfahren.

Zwölf Meter lang, 3,60 hoch und 14 Tonnen schwer war das Tier zu Lebzeiten – und das, obwohl die Wirbelsäule des Dinosauriers hohl war. Markant sind seine ungewöhnlich kleinen Vorderarme. Dennoch konnte er mit zwei scharfen Krallen seine Beute gut aufschlitzen und tiefe Wunden reißen. Behilflich war dabei seine überraschende Wendigkeit. Auf seinen Beinen konnte er eine Art Pirouette drehen und blitzschnell das Beutetier packen.

Wenn Tristan Otto nach Berlin zurückkommt, wird er Teil des neu geplanten Wissenschaftscampus, der in den nächsten zehn Jahren zusammen mit der Humboldt-Universität zu Berlin und anderen Partnern auf dem Campus Invalidenstraße 42/43 entsteht.