Bildung in Berlin

Senatorin Scheeres feiert zehn Jahre Berliner Schulreform

Vor zehn Jahren wurde vom dreigliedrigen Schulsystem auf ein zweigliedriges umgestellt. Haupt- und Realschule wurden Sekundarschule.

Die Schulsenatorin Sandra Scheeres während eines Rundgangs in der Sekundarschule Friedensburg Charlottenburg.

Die Schulsenatorin Sandra Scheeres während eines Rundgangs in der Sekundarschule Friedensburg Charlottenburg.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Wenn ein Jubiläum gefeiert wird, dann an einem Ort, auf den man wirklich stolz ist: zehn Jahre Berliner Schulreform feierte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) in der Friedensburg-Oberschule in Charlottenburg. Die Sekundarschule mit Oberstufe mit rund 1200 Schülern bewirbt sich aktuell für den Deutschen Schulpreis und hat es laut Jury schon jetzt unter die 20 besten Schulen Deutschlands geschafft. Tatsächlich hat diese Schule, die vor der Schulreform 2010 eine Gesamtschule war, die Berliner Schulreform als Chance genutzt.

Damals wurde vom dreigliedrigen Schulsystem auf ein zweigliedriges umgestellt – Realschule und Hauptschule schaffte man ab, dafür kam in Berlin die Sekundarschule. Die gibt es in zwei Varianten: mit und ohne Oberstufe. Das Gymnasium blieb unangetastet. Ein Ziel der Reform war nach dem Pisa-Schock, das Schulsystem der Hauptstadt durchlässiger werden zu lassen. Gerade die Hauptschule galt zunehmend als Sackgasse mit hoher Schulabbrecherquote.

Scheeres: „An der einen oder anderen Schule gibt es noch zu tun“

„Wir hätten als Gesamtschule fast alles so lassen können wie vorher“, erzählt Schulleiter Sven Zimmerschied. Hat man aber nicht getan, sondern das Jahrgangsprinzip eingeführt, man arbeitet ab der 9. Klasse in den Kernfächern abschlussorientiert und mit vielen berufsorientierten Projekten. „Wir haben uns immer weiterentwickelt“, sagt Zimmerschied. Der Erfolg gibt ihm recht.

Senatorin Scheeres, die als SPD-Abgeordnete damals im Berliner Parlament die Reform unterstützt hatte, lobte nun das Ergebnis. „Früher gab es 27 Risikoschulen, heute nur noch zwölf“, sagte sie vor den Schülern. Die Reform sei der richtige Weg gewesen. Man sei aber noch nicht fertig. „An der einen oder anderen Schule gibt es noch zu tun“, so die Senatorin.