Berlin

Polizei macht 20.000 Überstunden beim Libyen-Gipfel

Berlins Polizeigewerkschaft kritisiert die massiv langen Arbeitszeiten, die die Beamten während der Konferenz absolvierten.

Polizeifahrzeuge stehen vor dem Berliner Reichstag.

Polizeifahrzeuge stehen vor dem Berliner Reichstag.

Foto: Paul Zinken / dpa

Mit 20.000 Überstunden ging am Montag auch bei der Berliner Polizei und ihren unterstützenden Einheiten aus Bund und Ländern die Internationale Libyen-Konferenz zu Ende. Auf Einladung der Bundesregierung trafen sich Vertreter der libyschen Konfliktparteien, Russlands, der USA, Frankreichs und der Türkei in Berlin, um das bestehende UN-Waffenembargo durchzusetzen und auf einen dauerhaften Waffenstillstand hinzuwirken. Bei der Polizei führte das zu massiv langen Arbeitszeiten.

Von vielen Polizeibeamten waren Doppelschichten gefordert. Die Gewerkschaft der Polizei Berlin hat die große Belastbarkeit und Professionalität der Polizeibeamten am Montag zwar gelobt. Gleichzeitig wurden die langen Dienste aber scharf kritisiert. „Wir haben seit Freitag zahlreiche Meldungen von Einsatzkräften über Dienste erhalten, die eine massive Gesundheitsgefährdung darstellen“, so Stephan Kelm, Landesvize der Gewerkschaft der Polizei Berlin.

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So sei eine Einheit aus einer 11,5-Stunden-Schicht direkt in eine Rufbereitschaft von 16 bis 6 Uhr übergegangen. „Das ist ungesund und macht Menschen kaputt, die ihr Recht auf Ruhephasen und Sozialleben nicht ablegen, nur weil sie bei der Polizei sind“, so Kelm.

Begleitung von Staatsoberhäuptern sorgt drastisch für Überstunden

Insgesamt sei die Berliner Polizei und ihre Unterstützungseinheiten so auf 20.000 Überstunden gekommen. Besonders gravierend sei die Situation beim Begleitschutz und Verkehrsdienst (BVkD) gewesen. Um Absperrungen und Begleitungen von Staatsoberhäuptern zu gewährleisten, seien die Beamten fast ohne Pause im Einsatz gewesen. Berlins Verkehrsdienst sei dafür schlichtweg personell nicht ausgerüstet, hieß es weiter.

Von der Bund- und Landespolizei habe es für diesen Bereich keine Unterstützung gegeben. So sei es zu Schichten gekommen, zwischen denen zum Teil nur vier Stunden Ruhezeit lagen. Man rechne damit, dass in diesem Jahr ähnliche Situationen zu bewältigen sein werden.