Vonovia-Vorstand

Mietpreise: „Preise von sechs bis acht Euro sind nicht drin“

Die Mieten in Berlin steigen - laut Vonovia-Vorstand Daniel Riedl sind günstige Mieten angesichts der hohen Baupreise nicht machbar.

Vonovia-Vorstand Daniel Riedl

Vonovia-Vorstand Daniel Riedl

Foto: pa

Berlin.  Boris Palmer, grüner Oberbürgermeister der Stadt Tübingen und zugleich oberster Kritiker der Hauptstadt – Zitat: „Wenn ich in Berlin ankomme, denke ich immer: ,Vorsicht, Sie verlassen den funktionierenden Teil Deutschlands‘“ – ließ sich kurzfristig entschuldigen.

Dennoch wartete der diesjährige Immobiliendialog der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG unter dem Motto „Brücken bauen statt Gräben vertiefen“ mit Podiumsteilnehmern auf, die in Berlin mindestens ebenso umstritten sind wie das Tübinger Stadtoberhaupt: Michael Zahn, Chef der Deutsche Wohnen und Daniel Riedl, Vorstand der Vonovia.

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Die beiden größten Vermieter in der Stadt stehen immer wieder in der Kritik von Mietervertretern, zudem sind sie Hauptadressaten des laufenden Volksbegehrens „Deutsche Wohnen & Co enteignen“. Mit der Aussage, die Debatte um Enteignungen und Mietendeckel habe auch positive Effekte, überraschte Zahn die Besucher des Immobiliendialogs im Hotel Hilton am Gendarmenmarkt. „Die Diskussion verläuft zwar überspitzt, aber zumindest machen sich die politischen Ebenen nun ernsthaft Gedanken“, sagte Zahn.

Vonovia-Vorstand Daniel Riedl: „Preise von acht bis zehn Euro sind nicht drin“

Die Politik müsse sich der Herausforderung stellen, die sich durch den Megatrend Zuwanderung in die Großstädte ergebe. „Alleine mit Regulierung wird dies aber nicht gelingen.“ Noch fehle jedoch in der Politik der Mut, den Bürgern zu sagen, dass angesichts von Baukosten in Höhe von 3000 Euro je Quadratmeter im Neubau „Preise von sechs bis acht Euro einfach nicht drin sind“, ergänzte Vonovia-Vorstand Riedl. Eine wirtschaftliche Miete müsse bei zwölf bis 13 Euro liegen. „Wenn auch noch der Bau von 30 Prozent Sozialwohnungen verlangt wird, müssten es sogar 15 Euro sein.“

Der Staat selbst könne jedoch viel dazu beitragen, die Kosten am Bau wieder zu senken. „Es kann nicht sein, dass im Neubau jede einzelne Leistung mit 19 Prozent besteuert wird“, sagte Zahn. Diese Mehrwertsteuerkosten summierten sich auf 600 bis 700 Euro je Quadratmeter, so Zahn weiter.

Zudem überfrachte der Staat das Bauen mit ausufernden Auflagen etwa zum Brandschutz. „Wir haben in Deutschland jeglichen Sinn für wirtschaftliches Handeln verloren“, kritisierte Zahn.