Freiburger Fan-Zug

Gutachten: Heizungsdefekt löste Brand in Sonderzug aus

Im Oktober 2019 stand ein Sonderzug am Bahnhof Bellevue lichterloh in Flammen. Nun scheint die Ursache geklärt.

Heftiges Feuer: Die Feuerwehr musste im Oktober 2019 am Bahnhof Bellvue einen Fernzug löschen.

Heftiges Feuer: Die Feuerwehr musste im Oktober 2019 am Bahnhof Bellvue einen Fernzug löschen.

Foto: Thomas Peise

Rund drei Monate nach dem Brand in einem Sonderzug von Freiburger Fußballfans in Berlin halten Fachleute einen technischen Defekt für die Ursache. Das Feuer sei durch einen Fehler in der Heizung und die damit verbundene Überhitzung der Anlage ausgelöst worden, hieß es in einem Zwischenbericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU). Damit wurden erste Annahmen der Bundespolizei am Montag bestätigt. Zuvor hatten mehrere Medien über das Gutachten vom Freitag berichtet.

Nach dem Unfall mit drei Leichtverletzten war auch spekuliert worden, dass Pyrotechnik der Fans eine Rolle gespielt haben könnte. Nun hieß es, es lägen „keine Erkenntnisse vor, dass das Ereignis auf die Einwirkung Dritter zurückzuführen ist“. Mit dem Zwischenbericht ist die Untersuchung nicht abgeschlossen. Die Ermittler würden sich laut BEU noch mit der Ausbreitung des Brandes und mit Fragen der Instandhaltung des Zuges beschäftigen. Der Zug war 1954 gebaut worden.

„Die Heizung ist immer ein neuralgischer Punkt. Dort sammelt sich immer viel Staub an, der rasch in Brand geraten kann“, sagte bereits im Oktober ein erfahrener Eisenbahner zu dem Fall. Die Polizei hatte aber zunächst in alle Richtungen ermittelt.

Auf der Internetseite der Fanorganisation „Supporters Crew Freiburg“, die den Zug gechartert hatte, war bereits am Sonntag nach dem Brand im Oktober von einem technischen Defekt die Rede gewesen. Mehrere Fahrgäste hätten bereits beim Einsteigen in den Zug leichten Brandgeruch bemerkt, hieß es dort.

Fanzug des SC Freiburg: Ein Waggon brannte komplett aus

Das Feuer brach am Abend des 19. Oktober auf der Fahrt von Berlin-Charlottenburg nach Freiburg im Breisgau aus. Der brennende Zug stoppte gegen 20 Uhr auf einem der Fernbahngleise auf Höhe des Bahnhofs Bellevue.

An Bord waren 700 Fans des SC Freiburg, die nach einem Spiel bei Union Berlin nach Hause wollten. Rettungskräfte geleiteten die Passagiere aus dem Zug in Sicherheit. Ein Waggon brannte komplett aus. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 155.000 Euro.

Die Freiburg-Fans hatten großes Glück, dass der Vorfall für sie so glimpflich ausging. Das Feuer habe sich rasend schnell entwickelt, beim Eintreffen der Einsatzkräfte hätten die Flammen schon hoch gelodert, sagte ein Feuerwehrsprecher. „Das war nicht ohne.“