Klima

RWE: Braunkohle-Entschädigung deckt nicht unseren Schaden

Rolf Martin Schmitz, Vorstandsvorsitzender von RWE.

Rolf Martin Schmitz, Vorstandsvorsitzender von RWE.

Foto: dpa

Essen. Der Energiekonzern RWE sieht sich durch die Vereinbarungen zum Kohleausstieg weit über die ursprünglichen Erwartungen hinaus belastet. "Wir werden deutlich mehr Kraftwerkskapazität in deutlich kürzerer Zeit vom Netz nehmen müssen, als wir ursprünglich erwartet hatten", sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz heute in einer Telefonkonferenz.

Die von der Bundesregierung zugesagte Entschädigung von 2,6 Milliarden Euro liege deutlich unterhalb des tatsächlich für RWE entstehenden Schadens von rund 3,5 Milliarden Euro, teilte RWE mit. Entgangene Gewinne, die durch die vorzeitigen Stilllegungen nicht mehr erwirtschaftet werden könnten, seien in der Gesamtsumme nicht enthalten.

Durch die vorgezogene Abschaltung von Braunkohlekraftwerken würden kurzfristig über 3000 Stellen wegfallen, bis 2030 insgesamt etwa 6000, sagte Schmitz. RWE wolle den Stellenabbau sozialverträglich gestalten.

RWE sagte zu, den Hambacher Forst zu erhalten. "Der Forst bleibt stehen", sagte Schmitz. RWE werde die dafür erforderlichen Schritte einleiten. Der umkämpfte Wald war zum Symbol für den Kampf deutscher Klimaschützer gegen die Kohleverstromung geworden.