Prozesse

Diebstahl der Berliner Goldmünze: Plädoyers ab Montag

Blick auf den Eingang zum Landgericht Moabit.

Blick auf den Eingang zum Landgericht Moabit.

Foto: dpa

Berlin. Der Prozess um die spektakulär aus dem Berliner Bode-Museum gestohlene Goldmünze geht in die Schlussphase. Das Berliner Landgericht hat am Donnerstag nach rund einjähriger Verhandlung die Beweisaufnahme geschlossen. Am Montag (20. Januar) wird das Plädoyer der Staatsanwaltschaft erwartet. Das Urteil könnte nach bisheriger Planung am 20. Februar verkündet werden, sagte die Vorsitzende Richterin am Donnerstag.

Vier junge Männer sind angeklagt. Sie sollen in der Nacht zum 27. März 2017 die zwei Zentner schwere Münze "Big Maple Leaf" mit einem damaligen Goldwert von knapp 3,75 Millionen Euro gestohlen haben. Die Beute ist bis heute verschwunden. Ermittler vermuten, dass die Münze zerstückelt und verkauft wurde. Die deutschen Angeklagten im Alter von 21 bis 25 Jahren haben zu den Vorwürfen geschwiegen.

Drei der deutschen Angeklagten gehören zu einer arabischstämmigen Berliner Großfamilie. Die beiden Brüder sowie ihr Cousin sollen über ein Fenster in das Museum eingestiegen sein. Das Trio soll dann eine Vitrine zertrümmert und das Goldstück mit Rollbrett und Schubkarre zu einem Fluchtauto geschafft haben. Ein 21-jähriger, mitangeklagter damaliger Wachmann soll die Örtlichkeiten ausgekundschaftet haben.

Als letzte Zeuginnen wurden am Donnerstag die Großmutter sowie eine Tante des 21-Jährigen befragt. Sie sollten auf Antrag der Verteidiger zu den finanziellen Verhältnissen der Familie Auskunft geben. Die in der Türkei lebende Großmutter sagte, sie sei Tochter einer reichen Familie und unterstütze mit ihrem Vermögen auch ihren Enkelsohn. Eine bei ihm im Zuge der Ermittlungen sichergestellte goldene Halskette für etwa 9000 Euro habe sie ihm geschenkt, so die 83-Jährige.