Bevölkerung

Berlin wächst so langsam wie seit 2011 nicht mehr

Weil immer mehr Berliner ins Umland ziehen, ist die Hauptstadt in den ersten drei Quartalen 2019 nur um 11.700 Menschen gewachsen.

Blick auf Berlin mit dem Ostbahnhof im Vordergrund

Blick auf Berlin mit dem Ostbahnhof im Vordergrund

Foto: dpa

Berlin. Der Wegzug zahlreicher Berliner nach Brandenburg bremst laut Statistikern den Bevölkerungszuwachs in der Hauptstadt. In den ersten drei Quartalen 2019 sei Berlin nur noch um 11.700 Menschen gewachsen, auf rund 3,65 Millionen Einwohner. "Das ist der geringste Bevölkerungszuwachs seit dem Zensus 2011", teilte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Donnerstag mit.

Demnach hält der Trend an, dass vor allem deutsche Bürger ins Umland abwandern: 12 600 von ihnen zogen zwischen Januar bis Ende September 2019 ins Nachbarbundesland. "Der Rückgang der deutschen Bevölkerung wird weiterhin durch das Wachstum der ausländischen Bevölkerung mehr als ausgeglichen", so die Statistiker.

Speckgürtel rund um Berlin wächst, Cottbus keine Großstadt mehr

Der sogenannte "Speckgürtel" rund um Berlin wächst weiter. Von Januar bis September 2019 zählte das Land Brandenburg insgesamt rund 8300 Einwohner mehr, wie das Amt für Statistik am Donnerstag mitteilte. Damit lebten am 30. September vergangenen Jahres etwa 2,52 Millionen Menschen in dem Bundesland.

Besonders die an Berlin angrenzenden Gemeinden legten kräftig zu: Mehr als 998 000 Menschen wohnten zum Stichtag in den 51 Gemeinden des Berliner Umlands. Die Statistiker rechnen damit, dass der peckgürtel schon bald die Millionen-Schwelle knackt.

In mehr als der Hälfte der übrigen Brandenburger Gemeinden sank die Einwohnerzahl dagegen. Den größten Bevölkerungsverlust verzeichnete Cottbus, das bereits im Mai unter die Grenze von 100.000 Einwohnern rutschte und seinen Status als Großstadt verlor. Die Lausitzstadt zählte nach einem Minus von 567 Einwohnern Ende September nur noch rund 99.600 Einwohner.