Migration

Flüchtlingskinder-Aufnahme löst diverse Reaktionen aus

Rene Wilke, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder).

Rene Wilke, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder).

Foto: dpa

Frankfurt (Oder) - Die Aufnahme von drei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen aus einem griechischen Flüchtlingslager hat bei den Bürgern in Frankfurt (Oder) unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Einerseits sei bereits Spielzeug vorbeigebracht worden, berichtete Oberbürgermeister Rene Wilke (Linke) am Mittwoch. Andererseits habe es auch Beschimpfungen und Beleidigungen gegeben. Ein Vorgang sei dem Staatsschutz übergeben worden. Einzelheiten nannte Wilke dazu nicht.

Die meisten minderjährigen Flüchtlinge auf den griechischen Inseln seien Waisen, sagte Wilke. Für sie gebe es dort weder Betreuung noch ausreichend medizinische Versorgung und genügend Essen. Es sei ein Gebot der Menschlichkeit, diese Kinder zu retten, betonte der Oberbürgermeister. Die drei Kinder könnten von den jeweiligen Trägern in der Stadt ausreichend betreut werden.

Nach Angaben der Stadt war eine Ende 2019 ergangene Aufforderung der EU-Kommission an Deutschland und andere EU-Staaten, zügig diese besonders gefährdeten Kinder und Jugendlichen aufzunehmen, bis heute ohne positive Resonanz geblieben. Nun reagierten nach Aussage von Wilke bereits 120 Kommunen in Deutschland, indem sie ihre Bereitschaft zur Aufnahme erklärt hätten. Es sei beschämend, dass dieser Anstoß aus den Städten kommen müsse, während bisher jeder Appell an die Bundesregierung ungehört verhallt sei. Nun seien Bund und Land gefragt, mit dem Angebot der Kommunen umzugehen.

Auch die Stadt Potsdam will zunächst fünf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus einem griechischen Flüchtlingslager aufnehmen. Die humanitäre Katastrophe, die sich dort abspiele, sei ein Armutszeugnis für Europa, hatte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) erklärt. Notwendig sei ein entschlossenes, gemeinsames Handeln.