Bode-Museum

Gestohlene Goldmünze: Eigentümer klagt auf Schadenersatz

Nach dem Diebstahl der riesigen Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum kommt es vor dem Landgericht zu einem weiteren Prozess.

Polizei fahndet mit Video nach Münzräubern

Die Berliner Polizei fahndet jetzt mit einem Video nach den Münzräubern. Überwachungskameras filmten die Täter am S-Bahnhof Hackescher Markt. Von dort aus gelangten sie über die Bahngleise zum Bode-Museum.

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Berlin. Nach dem spektakulären Diebstahl einer riesigen Goldmünze im Millionenwert aus dem Berliner Bode-Museum kommt es vor dem Landgericht zu einem weiteren Prozess. Der Besitzer der Münze, ein Investor aus Düsseldorf, klagt gegen die Versicherung auf Auszahlung der vollen Versicherungssumme von rund vier Millionen Euro. Verhandelt wird nach Angaben des Landgerichts vom Mittwoch am 21. Februar. Offen sei, ob die Zivilkammer 4 dann bereits eine Entscheidung fällen oder einen späteren Verkündungstermin festsetzen werde.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat sich als Trägerin des Bode-Museums der Klage angeschlossen. Die Stiftung teile die Auffassung des Geschädigten, dass die Versicherung (Allianz) aufgrund des Versicherungsvertrags verpflichtet sei, dem Eigentümer den Schaden vollständig zu ersetzen. Deshalb sei die Stiftung an seiner Seite dem Rechtsstreit beigetreten, hieß es am Mittwoch.

In der Nacht zum 27. März 2017 wurde die 100 Kilogramm schwere Münze "Big Maple Leaf" mit einem damaligen Goldwert von knapp 3,75 Millionen Euro entwendet. Der Coup soll gründlich geplant gewesen sein. Möglicherweise wurde der Diebstahl begünstigt durch Sicherheitsmängel in dem Museum, das zum Weltkulturerbe Museumsinsel gehört.

Goldmünze aus Bode-Museum gestohlen: Angeklagte schweigen

Vor einem Jahr begann der Prozess wegen gemeinschaftlichen Diebstahls in besonders schwerem Fall vor dem Berliner Landgericht gegen vier jungen Männer im Alter von 21 bis 25 Jahren.

Das Quartett schweigt bis heute zu den Vorwürfen. Drei der deutschen Angeklagten gehören einer arabischstämmigen Großfamilie an. Der Vierte soll zuvor als damaliger Wachmann in dem Museum Tipps gegeben haben.

Die Beute ist bis heute verschwunden. Ermittler gehen davon aus, dass die Münze aus höchstreinem Gold zerkleinert und Stück für Stück verkauft wurde.