Kriminalität

Nach Anschlag auf Begegnungsstätte Ermittlungen eingestellt

Ein Blaulicht an einer Polizeistreife.

Ein Blaulicht an einer Polizeistreife.

Foto: dpa

Jüterbog/Potsdam. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat das Ermittlungsverfahren zum Anschlag auf eine Begegnungsstätte in Jüterbog (Teltow-Fläming) eingestellt. Man sei vielen Ansätzen nachgegangen, habe aber keine Täterschaft nachweisen können, teilte eine Sprecherin der Behörde auf Nachfrage am Mittwoch mit. Unter den zehn Beschuldigten war auch der ehemalige NPD-Politiker und Turnhallen-Brandstifter Maik Schneider.

Bei dem Anschlag nach einer fremdenfeindlichen Demonstration in Jüterbog im November 2015 war die Begegnungsstätte, die auch Flüchtlingen als Anlaufstelle diente, mit Pyrotechnik schwer beschädigt worden. Verletzt wurde niemand. Der Anschlag hatte Betroffenheit unter den Bewohnern Jüterbogs ausgelöst.

Noch im Februar 2019 wurde die Wohnung eines Beschuldigten durchsucht und Gegenstände beschlagnahmt. Auch Fotos oder Videos von der Tat oder der Tatvorbereitung sollen darunter gewesen sein. Der Vorwurf lautete auf vorsätzliches Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion.

Schneider war im Oktober 2019 wegen eines Brandanschlags auf eine Turnhalle in Nauen, die als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen war, und weiterer Delikte vom Landgericht Potsdam zu neun Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Sein Anwalt hat gegen die Entscheidung Rechtsmittel eingelegt. Außerdem läuft gegen Schneider und einen weiteren Mittäter ein Zivilprozess: Die Ostdeutsche Kommunalversicherung verlangt von beiden die Kosten für den Wiederaufbau der Sporthalle in Höhe von knapp 2,9 Millionen Euro als Schadenersatz.