Verwaltung

Mitarbeiter in Bürgerämtern haben weniger Zeit für Besucher

Mitarbeiter der Berliner Verwaltung sollen Antragsteller schneller abfertigen. Sie haben bald nur noch zehn statt zwölf Minuten Zeit.

Bürgeramt Friedrichshain-Kreuzberg

Bürgeramt Friedrichshain-Kreuzberg

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlin. Diese Idee ist eigentlich verblüffend einfach: Um das Ziel zu erreichen, jedem Berliner innerhalb von zwei Wochen einen Termin beim Bürgeramt zu verschaffen, kürzt der Senat die Bearbeitungszeit. Künftig haben die Mitarbeiter nur noch zehn statt bislang zwölf Minuten Zeit, sich um einen Antragsteller zu kümmern.

So können in den Ämtern nun sechs statt fünf Besucher in einer Stunde betreut werden. Wie das allerdings mit dem „bestmöglichen Service“ vereinbar ist, den Innensenator Andreas Geisel (SPD) gleichzeitig verspricht, ließ der Senator offen. Immerhin spendiert der Senat jedem Behördengänger so zwei Minuten mehr freie Lebenszeit. In immer hektisch werdenden Zeiten ist dieser Bonus nicht zu verachten.

Sollte das nicht reichen, könnte die Gültigkeitsdauer der Ausweispapiere verdoppelt werden, um die Zahl der Verlängerungstermine zu halbieren. Der Staat könnte sich auch aus dem Heirats- und Scheidungsgeschäft verabschieden und es Notaren überlassen. Es gibt viele solcher Tricks, um das Zwei-Wochen-Ziel zu erreichen. Die Frage jedoch, ob das sinnvoll ist, stellt niemand.

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