Prozess in Berlin

Union-Fan auf Netto-Parkplatz erstochen: Lebenslange Haft

Der 29-Jährige habe aus niedrigen Beweggründen auf den 19-Jährigen eingestochen. Er muss zudem 70.000 Euro an die Eltern zahlen.

Nach der tödlichen Messerattacke hatten sich Union-Fans am Tatort, einem Netto-Parkplatz an der Stahlheimer Straße in Prenzlauer Berg, zu einer Gedenkveranstaltung versammelt.

Nach der tödlichen Messerattacke hatten sich Union-Fans am Tatort, einem Netto-Parkplatz an der Stahlheimer Straße in Prenzlauer Berg, zu einer Gedenkveranstaltung versammelt.

Foto: Peter Oldenburger / Berlin

Berlin. Für eine tödliche Messerattacke gegen einen 19 Jahre alten Mann auf einem Supermarkt-Parkplatz in Prenzlauer Berg ist ein Angeklagter zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht sprach den 29-Jährigen am Dienstag des Mordes schuldig. Es sei ihm bei der Tat im Februar 2019 darum gegangen, Frust abzureagieren.

Der 19-Jährige habe auf Beleidigungen des ihm fremden Mannes nicht reagiert und "eigentlich alles richtig gemacht", befanden die Richter. Aus niedrigen Beweggründen habe der Angeklagte dem Opfer einen Messerstich in Höhe des Herzens versetzt. Der 19-Jährige starb wenig später.

Tödliche Messerattacke auf Union-Fan: Angeklagter suchte Streit

Der junge Mann, der in der Altenpflege gearbeitet haben und Fan des Berliner Fußballvereins 1. FC Union gewesen sein soll, war laut Urteil mit einem Bekannten unterwegs, als ihnen der Angeklagte begegnete. Der 29-Jährige sei unzufrieden mit seinen Lebensumständen gewesen und habe Streit gesucht, so das Gericht.

Nach Beleidigungen habe er den 19-Jährigen geschubst. Dieser habe die Arme in Abwehrhaltung genommen, ohne seinerseits zu schlagen. Kurz darauf sei es zum Messerangriff gekommen. Der aus Rumänien stammende Angeklagte habe "Dominanz um jeden Preis" zeigen wollen.

Union-Fan in Berlin getötet: 29-Jähriger muss Eltern des Opfers 70.000 Euro zahlen

Der Angeklagte hatte eine Tötungsabsicht zurückgewiesen. Seine Verteidiger plädierten auf einen Schuldspruch wegen gefährlicher Körperverletzung. Das Gericht folgte jedoch im Wesentlichen dem Antrag des Staatsanwalts.

Der 29-Jährige wurde zudem verurteilt, den Eltern des Getöteten insgesamt 70.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.

Der Angeklagte war im April 2019 in Finsterwalde in Südbrandenburg gefasst worden. Die Polizei hatte ab Anfang März mit kurzen Videofilmen einer Kamera in einem Supermarkt nach dem Täter gefahndet. Auf den Aufnahmen waren nur kurz eine Frau und ein Hund zum Teil zu sehen. 5000 Euro Belohnung waren für Hinweise ausgesetzt worden.

Der Tod des 19-Jährigen hatte die Berliner Fußballszene erschüttert. Bekannte des Opfers hatten nach der Tat ein Spendenkonto für die Familie des jungen Mannes eingerichtet; zu einer Gedenkveranstaltung am Tatort waren rund 200 Menschen gekommen.