Stadtentwicklung

Senat will die Autobahndeckel nicht untersuchen

Im Fall der Überbauung der Stadtautobahnen sieht sich der Senat außerstande, die Wünsche des Abgeordnetenhauses umzusetzen.

Die A100 Charlottenburg in Troglage. Das Parlament würde die Betonpiste gern überdeckeln.

Die A100 Charlottenburg in Troglage. Das Parlament würde die Betonpiste gern überdeckeln.

Foto: Sergej Glanze

Berlin. Der Senat sieht sich außerstande, die Wünsche des Abgeordnetenhauses für eine Deckelung von Stadtautobahnen umzusetzen. Das Parlament hatte im Sommer 2019 eine umfassende Untersuchung beschlossen. Die Verwaltung solle prüfen, welche „Verkehrsinfrastrukturflächen in Troglage“ sich eignen könnten, mit einem Deckel geschlossen zu werden, um Platz für Grünflächen zu schaffen und zerschnittene Stadtviertel zusammenzuführen.

Die Volksvertreter machten auch deswegen Druck, weil die bundeseigene Autobahnbaugesellschaft Deges wie berichtet sehr konkret an einer neuen Gestalt für Berlins wichtigstes Autobahnkreuz am Funkturm arbeitet. Deshalb sollte es eine „Masterplanung“ für das ganze Gebiet geben, ehe Vorfestlegungen geschaffen würden.

Müller und Günther wollen Parlamentsbeschluss nicht umsetzen

Der Senat will aber den weitreichenden Auftrag nicht umsetzen, wie aus einem vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) unterzeichneten Bericht hervorgeht. Technische Machbarkeitsstudien erforderten „Ingenieur-Know-how in großem Umfang“, heißt es darin: „Angesichts der derzeitig extrem angespannten Situation im Ingenieurbereich ist eine technische Untersuchung in diesem Ausmaß aktuell nicht leistbar.“

Eine Untersuchung in dem geforderten Umfang würde sämtliche Ingenieurkapazitäten in der Abteilung Tiefbau binden. Nur ein Pilotversuch mit der Deges über einen Deckel über die Autobahn zwischen Knobelsdorffstraße und Kaiserdamm solle es geben. Auch ein Deckel über den neuen Autobahnabschnitt von Neukölln zum Treptower Park soll vorerst nicht untersucht werden. Sonst würde die Sanierung etwa der Elsenbrücke leiden.

Der SPD-Abgeordnete Daniel Buchholz ist empört. Der Senat missachte den Willen des Parlaments, sagte Buchholz. Der Beschluss des Parlaments verlange eine Gesamtschau. Wenn Personal fehle, solle die Verwaltung verstärkt nach externen Planungsbüros suchen. „Das scheiter nicht am Geld“, sagte Buchholz.

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