Sport

Drachenboot-Indoor-Cup - Tauziehen im Schwimmbad

Wettrennen mit 12,50 Meter langen Booten: Beim ersten Drachenboot-Indoor-Cup Berlins besiegen die Kanu-Polo-Spieler die Nationalschwimmer.

Sportler beim ersten Drachenboot-Indoor-Cup im Europasportpark an der Landsberger Allee in Berlin.

Sportler beim ersten Drachenboot-Indoor-Cup im Europasportpark an der Landsberger Allee in Berlin.

Foto: Jörg Krauthöfer

Berlin. Auch im Schwimmbad soll es mal etwas Lustiges zu erleben geben – das hatten sich die Berliner Bäderbetriebe wohl gedacht, als sie den ersten Drachenboot-Indoor-Cup Berlins ausschrieben. Am Sonnabend starteten 30 Teams prustend und planschend zu einer Art Wettrennen mit 12,50 Meter langen Booten. Die Boote kennt man sonst nur auf Seen und Gewässern – Schauplatz war jedoch die Schwimm- und Sprunghalle SSE im Europasportpark in Prenzlauer Berg.

Das Rennen selbst funktioniert ähnlich wie Tauziehen, erklärte der Badleiter der SSE, Martin Jähne. „Je zwei Boote sind am Heck über Taue und Umlenkrollen miteinander verbunden.“ Das stärkere Team zieht damit die Konkurrenz nach hinten. Was von den Tribünen lustig aussieht, Mannschaften, die hektisch paddeln und doch nicht vom Fleck kommen, ist für die Sportler durchaus schweißtreibend – und muss geübt werden.

So siegte dann in der Profi-Klasse am Morgen auch nicht das Team der deutschen Nationalschwimmer, sondern eine Mannschaft aus Kanu-Polo-Spielern. „Die Schwimmer hatten noch nie in einem Boot gesessen und mussten erstmal herausfinden, wie sie mit dem Paddel umgehen und als Mannschaft agieren“, sagte Jähne.

Feuerwehr, Finanzamt und Agentur für Arbeit waren dabei

Auch wenn es Sieger und Verlierer gab – ganz ernst sei der Wettkampf nicht gemeint, sagte Martin Jähne. „Es ist toll, dass sich einerseits Leistungssportler wie die Schwimmer beteiligen. Uns geht es aber auch darum, etwas Neues und Unterhaltsames zu bieten und auch neues Publikum anzulocken.“ Rund 300 Zuschauer verfolgten das kurzweilige „Rennen“ der angeseilten Boote, pro Durchgang dauerte das Kräftemessen nur eine Minute.

Auf den Tribünen saßen auch viele Familien und Freunde der Mannschaften, die nachmittags in der „Spaßklasse“ antraten. Mit dabei waren Teams der Berliner Feuerwehr, des Finanzamtes, der Agentur für Arbeit, Berliner Volksbank oder Eduscho. Nur die Polizei hatte wegen „Personalmangel“ absagen müssen.

Nächster Drachenboot-Indoor-Cup schon im Herbst?

Jähne wertete das Rennen als Erfolg – und plant auch schon den nächsten Cup. Wenn alles gut geht, sagte er, könnten die nächsten Drachenboot-Indoor-Teams schon im Herbst gegeneinander antreten. Dann wollen auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Wasserbetriebe dabei sein.

Die Bäderbetriebe versuchen seit längerem mit besonderen Angeboten Besuchern auch in der kalten Jahreszeit etwas zu bieten. So wurde Anfang Dezember eine Traglufthalle im Kombibad Seestraße in Wedding eröffnet, die die Schwimmbecken im Freien auch bei kalten Temperaturen nutzbar machen soll. In Buch wiederum wurde nach 22 Monaten Bauzeit Anfang dieser Woche die Schwimmhalle wiedereröffnet – runderneuert, mit Lichtkonzept und erweitertem Saunabereich.

Die Bäderbetriebe kämpfen allerdings auch mit Problemen wegen der überalterten Bäder. Um den Sanierungsstau bei den Schwimmbädern abzubauen, hatte das Land Berlin 2019 in einem Dreijahresplan rund 60 Millionen Euro bereitgestellt. Experten halten aber 170 Millionen Euro für erforderlich, um alle Mängel zu beheben.