Gesundheitspolitik

Berlins Krankenhäuser rechnen mit höheren Einnahmen

Mit Kassen und Berufsgenossenschaften wurde eine neue Grundlage für die Finanzierung von medizinischen Leistungen vereinbart.

Ihre Leistungen sollen den Krankenhäusern wie hier der Charité besser vergütet werden

Ihre Leistungen sollen den Krankenhäusern wie hier der Charité besser vergütet werden

Foto: Britta Pedersen / picture alliance / dpa

Die Krankenhäuser können im neuen Jahr mit höheren Einnahmen rechnen. Die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) hat sich als Vertreterin der Kliniken mit den Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und anderen Kostenträgern auf eine neue Grundlage für die Finanzierung ärztlicher und pflegerischer Leistungen verständigt. Der sogenannte Landesbasisfallwert steigt 2020 auf 3670,45 Euro. Im Vorjahr hatte er noch 3532, 50 Euro betragen.

Mit diesem Wert werden die einzelnen Krankheitsfälle mit den entsprechenden Diagnosen zugeordneten Punktzahlen multipliziert. Steigt der für alle Bundesländer unterschiedliche Basisfallwert also wie in Berlin 2020 um 3,7 Prozent an, dann dürften auch die Erlöse aus dem Punktesystem entsprechend wachsen. Denn in deutschen Krankenhäusern geht es schon seit Jahren nicht mehr darum, wie lange etwa ein Patient in einem Bett liegen muss. Bezahlt wird die einzelne Diagnose, der einzelne Fall, unabhängig davon, welche Kosten dem Krankenhaus tatsächlich entstehen.

180 Millionen Euro für Krankenhaus-Investitionen

Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft, zeigte sich zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis für 2020: „Der Landesbasisfallwert ist mit den Kostenträgern erfolgreich konsentiert“, stellte Schreiner fest. Zusammen mit einem ermutigenden Investitionszuwachs an Fördermitteln seien die Ausgangsbedingungen für die Krankenhäuser positiv zu bewerten. „Dennoch brauchen die Kliniken weitere politische Unterstützung, um den großen Herausforderungen bei der Stärkung der Pflege sowie bei der Gestaltung des digitalen Wandels in der medizinischen Versorgung gerecht zu werden“, so der BKG-Chef.

Vom Land Berlin werden die Krankenhäuser mehr Geld für Investitionen bekommen, nachdem sie im Sommer erheblichen Druck ausgeübt und sogar eine Demonstration vor dem Roten Rathaus veranstaltet hatten. Im Haushaltsplan der rot-rot-grünen Koalition sind für 2020 nun 180 Millionen Euro für Krankenhausinvestitionen vorgesehen. Im zweiten Jahr des Doppelhaushaltes steigt diese Summe auf 235 Millionen Euro. Dann liegen die Zahlungen des Landes in etwa in der Dimension, welche die Krankenhäuser schon lange fordern.

Zuschüsse entscheidend für die Finanzierung

Diese Zuschüsse des Landes sind entscheidend für die gesamte Finanzierung von Krankenhäusern. Denn während die Krankenkassen über das Punktesystem die Patientenversorgung finanzieren, sind die Länder für die Investitionen zuständig. In Berlin hatten frühere Senate wegen der Finanznot jahrelang ihre Verpflichtungen nicht eingehalten, was an vielen Häusern zu einem erheblichen Sanierungsstau geführt hat.

In Berlin gibt es laut Krankenhausgesellschaft 83 Krankenhäuser mit etwas mehr als 20.000 Betten. Dort arbeiten auf Vollzeitstellen umgerechnet mehr als 40.000 Menschen, darunter 8500 Ärzte. Pro Jahr werden dort mehr als 860.000 Patienten versorgt. Von 10.000 Bürgern mussten statistisch gesehen in einem Jahr 2400 Menschen stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden.

Dort bleiben die Berliner Patienten aber immer kürzer. Die Verweildauer sank über die Jahre von etwas mehr als zehn Tagen im Jahr 2000 auf aktuell noch etwas mehr als sieben Tage. Mit einer Auslastung von mehr als 84 Prozent sind die Berliner Krankenhausbetten im Bundesvergleich besonders stark belegt.