Verbraucherpreise

Inflation in Berlin: Lebensmittel teurer, Benzin günstiger

2019 sind in Berlin die Verbraucherpreise um 1,3 Prozent gestiegen. Der Anstieg fiel aber geringer aus als im Vorjahr.

Die Preise für Kraftstoffe fielen in Berlin im Jahresvergleich leicht. Für alle Dienstleistungen und Produkte mussten Verbraucher in der deutschen Hauptstadt aber etwa 1,3 Prozent mehr bezahlen als noch ein Jahr zuvor.

Die Preise für Kraftstoffe fielen in Berlin im Jahresvergleich leicht. Für alle Dienstleistungen und Produkte mussten Verbraucher in der deutschen Hauptstadt aber etwa 1,3 Prozent mehr bezahlen als noch ein Jahr zuvor.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Berlin. Die Verbraucher in Berlin haben 2019 für viele Produkte und Dienstleistungen mehr Geld bezahlt als im Jahr zuvor. Dennoch sind die Preise mit einem durchschnittlichen Plus von 1,3 Prozent langsamer gestiegen als im Vorjahr, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Montag mitteilte. 2018 waren die Verbraucherpreise um 1,8 Prozent gestiegen. In Brandenburg haben sich die Preise 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent erhöht. Auch in Berlins Nachbarbundesland lag die Entwicklung unter der des Vorjahres. 2018 waren die Preise in Brandenburg noch durchschnittlich um 1,7 Prozent gestiegen.

In beiden Ländern sind im vergangenen Jahr vor allem Alkohol und Tabakwaren teurer geworden (plus 2,7 Prozent). Nahrungsmittel verteuerten sich in Berlin um 2,3 Prozent und damit stärker als in Brandenburg, wo die Preise für Lebensmittel nur um 1,9 Prozent anstiegen. Um rund neun Prozent und damit spürbar teurer waren im Dezember 2019 in Berlin vor allem Fisch und Fischwaren, in Brandenburg stiegen die Preise für Fisch hingegen nur um rund drei Prozent. Darüber hinaus gab es Preiserhöhungen in beiden Bundesländern für Fleisch und Fleischwaren, Brot und Getreideerzeugnisse sowie für Obst. Deutlich günstiger waren sowohl in Berlin als auch in Brandenburg Speisefette und –öle zu haben, so das Amt für Statistik.

Schnäppchen im Weihnachtsgeschäft

Auch in Gaststätten und Hotels (plus 2,7 Prozent) mussten die Kunden laut Statistikamt tiefer in die Tasche greifen. Im Jahresvergleich teurer wurden auch Bekleidung und Schuhe (plus 2,8 Prozent). In dem Segment ließen sich im Weihnachtsgeschäft allerdings bereits erste Schnäppchen machen. Für Hosen, Röcke oder Jacken fielen die Preise von November auf Dezember 2019 um 0,8 Prozent.

Saisonbedingt kam es aber auch zu deutlichen Preissteigerungen: So schossen in Berlin im Vergleich zum Vormonat die Preise für Pauschalreisen in die Höhe: Im Dezember mussten Verbraucher in der deutschen Hauptstadt für Buchungen durchschnittlich 21,1 Prozent mehr zahlen als noch im November. Ebenfalls deutlich mehr Geld als noch im November mussten die Berliner im Dezember für Freizeit -und Kulturangebote ausgeben. Hier fiel der Preisanstieg mit 4,3 Prozent aber noch vergleichsweise moderat aus.

Erstmals seit dem Spätsommer waren in Berlin und Brandenburg im Dezember auch die Energiepreise wieder gestiegen. Gegenüber Dezember 2018 verteuerte sich Energie in Berlin um 0,8 Prozent und in Brandenburg um 1,4 Prozent. Im November 2019 lagen die Preis für Strom, Gas und Heizöl in Berlin um 2,8 Prozent und in Brandenburg um 2,3 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahresmonat.

Vor allem bei Mineralölprodukten habe sich der Preisrückgang deutlich abgeschwächt, so das Amt für Statistik. Heizöl war in Berlin nur noch um 4,4 Prozent und in Brandenburg um 6,9 Prozent preiswerter als im Dezember 2018, Kraftstoffe wurden in Berlin um 1,1 Prozent günstiger. In Brandenburg stiegen die Preise für Benzin und Diesel erstmalig seit August 2019 um 0,4 Prozent an. Die Verbraucherpreise für Strom und Gas blieben in beiden Ländern unverändert.

Wohnungsmieten stiegen in Berlin im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht um 1,4 Prozent an. In Brandenburg lag die Preissteigerung für Miete inklusive Nebenkosten bei 1,6 Prozent. Auch Einrichtungsgegenstände wurden im Jahresvergleich leicht teurer. Für Möbel, Leuchten, Geräte und Haushaltszubehör mussten die Verbraucher im Dezember im Schnitt zwei Prozent mehr ausgeben als noch im Vorjahresmonat.

In ganz Deutschland hatte die Inflation am Ende des Jahres 2019 angezogen, allerdings auf immer noch recht niedrigem Niveau. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, verteuerten sich im Dezember Waren und Dienstleistungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,5 Prozent. Im November hatte der Wert noch bei 1,1 Prozent gelegen.

Auch bundesweit wurden Lebensmittel teurer

Die Preise für die verschiedenen Gütergruppen entwickelten sich bundesweit aber unterschiedlich. Nahrungsmittel kosteten im Schnitt 2,1 Prozent mehr als im Dezember 2018, Energie war im Gegensatz dazu sogar um 0,1 Prozent günstiger zu haben. Dienstleistungen verteuerten sich um 1,8 Prozent, Wohnungsmieten waren im Schnitt um 1,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Für das gesamte Jahr 2019 liegt die Teuerungsrate den vorläufigen Angaben der amtlichen Statistiker zufolge bei 1,4 Prozent

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den gesamten Euroraum mit seinen 19 Ländern mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an – weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das kann die Wirtschaft bremsen. In Deutschland lag die Inflation 2019 bei 1,4 Prozent nach 1,8 Prozent im Vorjahr.