Automatisiertes Fahren

Fahrerloser Bus rollt auch 2020 durch Tegel

Eigentlich sollte der Betrieb zum Jahreswechsel enden. Doch das hochautomatisierte Gefährt ist nun zunächst auch 2020 im Einsatz.

Bis Februar ist der automatisierte Bus noch in Betrieb.

Bis Februar ist der automatisierte Bus noch in Betrieb.

Foto: Christian Latz / BM

Mit leisem Elektroantrieb und ohne Fahrer, so steuert der kleine Bus der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) über die Straße Am Tegeler Hafen. Seit Mitte August ist das hochautomatisierte Gefährt mit dem Projektnamen „Seemeile“ zwischen dem U-Bahnhof Alt-Tegel und der Greenwichpromenade im Einsatz. Eigentlich sollte damit zum Jahresende Schluss sein. Nun jedoch wurde das Projekt verlängert. Der fahrerlose Bus fährt auch 2020 durch Alt-Tegel, wie die BVG der Berliner Morgenpost auf Anfrage mitteilte. „Wir haben eine Verlängerung der Genehmigung bis zum 16. Februar erhalten“, sagte BVG-Sprecher Jannes Schwentu. Die Testlinie werde damit auf den Tag genau ein halbes Jahr in Betrieb sein, ehe aus dem Bus ohne Fahrer zum letzten Mal Gäste aussteigen werden.

Die automatisierte Linie über dieses Datum hinaus aufrechterhalten zu wollen, streben die Verkehrsbetriebe vorerst nicht an. „Das ist ein reiner Test“, erklärte Schwentu. Sechs Monate Betriebszeit seien ein guter Richtwert, um das Angebot auszuwerten. Zudem habe die Verlängerung des Projekts auch meteorologische Gründe, sagte der BVG-Sprecher. „Wir hoffen, dass es in der Zeit schneit, damit man das auch mal testen kann.“

Zufrieden mit der Verlängerung des Angebots zeigte sich auch Wirtschaftssenatorin und BVG-Aufsichtsratchefin Ramona Pop (Grüne). „Berlin gibt damit Innovation einen sichtbaren Platz in der Stadt.“ Mit neuen autonomen Systemen mache der Senat den öffentlichen Nahverkehr fit für die Zukunft und leiste einen wichtige Beitrag für Umwelt- und Klimaschutz.

Platz für bis zu sechs Fahrgäste - bei maximal 15 km/h

Der elektrische Kleinbus der Firma EasyMile kann bis zu sechs Fahrgäste befördern und rollt mit einer Geschwindigkeit von maximal 15 Kilometer in der Stunde auf seinem 1200 Meter langen Rundkurs. Seit dem Start im August wurden auf der „Seemeile“ laut BVG bisher insgesamt 3200 Kilometer unfallfrei zurückgelegt. Dabei seien 14.000 Fahrgäste transportiert worden. Selbst mal eine Tour in dem automatisierten Gefährt zu drehen, ist jedoch gar nicht so leicht. Wegen der großen Nachfrage und dem begrenzten Platzangebot müssen immer wieder Fahrgäste abgewiesen werden. „Das Angebot ist extrem beliebt“, stellt auch BVG-Sprecher Schwentu fest.

Eine erste Bewertung des Versuchs hingegen liegt bisher noch nicht vor. Man wolle den Abschluss des Testbetriebs abwarten, heißt es. Ähnlich äußerte sich die Senatsverkehrsverwaltung. Parallel zum Versuch führt Ioki, eine Mobilitätstochter der Deutschen Bahn Befragungen mit den Nutzern durch. Neben dem Angebot in Tegel betreibt die BVG derzeit auch vier hochautomatisierte Busse an den Standorten der Charité in Mitte und am Virchow-Klinikum.