Verwaltung

Hikel: Darum sollte Berlin mit Brandenburg fusionieren

Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel hält die Verschmelzung Berlins mit Brandenburg für unumgänglich. Seine Argumente.

Berufsverkehr auf der A100. Pendler brauchen bessere Anbindungen im öffentlichen Nahverkehr, fordert Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD).

Berufsverkehr auf der A100. Pendler brauchen bessere Anbindungen im öffentlichen Nahverkehr, fordert Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD).

Foto: Robert Schlesinger / picture alliance

Berlin.  Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) hat sich im Interview mit der Berliner Morgenpost für eine engere Zusammenarbeit mit Brandenburg ausgesprochen. Langfristig halte er eine Fusion beider Länder sogar für notwendig. „Es wird unumgänglich, wenn der Speckgürtel weiter so wächst“, so Hikel.

Schulen und Kitas: Es sollte mehr Kooperation zwischen Berlin und Brandenburg geben

Als Grund für seine Forderung nannte Hikel die vielen grenzübergreifenden Probleme, mit denen sich die Menschen im Alltag konfrontiert sähen – so etwa beim Thema Schulen. Wenn jemand in Brandenburg seinen Wohnsitz hat, könne er sein Kind nicht in Berlin zur Schule schicken und umgekehrt auch nicht.

„Schönefeld baut riesige Schulen und Kitas, momentan nur für die eigenen Bedarfe. Da sollte es in den nächsten Jahren mehr Kooperationen geben. Das wird langfristig dazu führen, dass Brandenburg und Berlin fusionieren werden. Das wäre nur vernünftig“, sagte Hikel.

Hier lesen Sie das ganze Interview: „BVG sollte ihre Busse auch durch Brandenburg fahren lassen“

Fusion Berlins mit Brandenburg: Martin Hikel fordert Verlängerung der U7

Der Bezirk Neukölln grenzt im Süden an Schönefeld. Die Übergänge zwischen Berlin und Brandenburg sind teilweise fließend. Weil viele Menschen in Brandenburg leben, aber in Berlin arbeiten oder umgekehrt, führt das regelmäßig zu Problemen im Verkehr. Hikel plädierte erneut für eine Verlängerung der U-Bahnlinie 7.

Auch Buckow wächst mit seinem Brandenburger Nachbarn Großziethen zusammen. „Jeden Morgen ist die Verkehrsader Buckower Damm verstopft. Das bedeutet, dass der Nahverkehr auch nach Brandenburg wachsen muss.“ Hikel fordert daher, dass die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auch außerhalb Berlins verkehren sollen.

„Die BVG sollte ihre Busse auch durch Brandenburg fahren lassen. Das tun sie momentan aber noch nicht. Darauf warten aber ziemlich viele Leute“, sagte Hikel der Berliner Morgenpost. Bisher seien entsprechende Pläne an der Frage der Finanzierung gescheitert.

Tempelhofer Feld sollte bebaut werden

Das Land Berlin vergibt seinen Verkehrsauftrag direkt an die landeseigene BVG. Das kann man als Kommune so machen, solange das Verkehrsunternehmen in den eigenen Verwaltungsgrenzen fährt. Würden aber Strecken in Nachbarkommunen angeboten, müssten diese auch ausgeschrieben werden. Anfang der 90er-Jahre hatte es noch mehrere BVG-Linien gegeben, die ins Umland fuhren. Das allerdings war mit EU-Recht nicht vereinbar, weshalb diese Verbindungen eingestellt wurden.

Um Wohnraum zu schaffen, sprach sich Hikel auch für eine Bebauung des Tempelhofer Feldes aus. „Wir können uns den Luxus nicht leisten, eine solche riesige Fläche auszuschließen“, sagte er. Auch bei einem zweiten wichtigen Großprojekt, dem Hermannplatz, sprach er sich für eine pragmatische Lösung aus. „In einem Umbau des Karstadt-Gebäudes kann eine große Chance für die Neuköllner Gewerbelandschaft bestehen, insbesondere eine Stärkung und Sicherung des Karstadt-Standortes“, sagte er.

Da das Verfahren über die Bezirksgrenzen hinweg von Bedeutung sei, sollte die Senatsverwaltung das Verfahren an sich zu ziehen, forderte er.