Ausflugs-Tipp

Viele Wege führen nach Schönefeld

Flughafen-Tour Teil Drei: vom Multi-Kulti-Kiez Neukölln durch städtische Dörfer ins Berliner Umland.

Der Flughafen Schönefeld in Berlin (Archivbild).

Der Flughafen Schönefeld in Berlin (Archivbild).

Foto: Bildagentur-online/Schoening / picture alliance / Bildagentur-online/Schoening

Berlin. Nach dem Start in Tegel und dem Fußmarsch durch die Innenstadt ging es durch Schöneberg und Kreuzberg vorbei am ehemaligen Flughafen Tempelhof bis zur Hermannstraße in Neukölln. Dass Neukölln groß ist, lässt sich beim heutigen Marsch durch den Bezirk Richtung Osten ermessen. Ist die Gegend um die Hermannstraße noch urbaner Multi-Kulti-­Kiez, wird es in Richtung Stadtgrenze immer beschaulicher.

Nach wenigen Metern in südlicher Richtung die Hermannstraße entlang geht es links in die Glasower Straße hinein. Die führt durch ein ruhiges Wohngebiet, vorbei an der schmucken Villa des einstigen Brauhaus Rixdorf, bis hin zur nächsten Magistrale des Bezirks, der Karl-Marx-Straße. Die geht es nun immer geradeaus bis zum Flughafen nach Schönefeld.

Diese Nord-Süd-Verbindung wird neben der A113 eine der wichtigen Verkehrsachsen für die Fahrt aus der Innenstadt zum Flughafen und von dort zurück ins Zentrum sein. Noch geht es dort recht ruhig zu. Kurz hinter der Grenzallee wird die A100 unterquert, die wenig später zur A113 wird. Die Karl-Marx-Straße heißt nun Buschkrugallee. Kurze Zeit später geht es auf Höhe des Friedhofs über eine Brücke, die den Teltowkanal überspannt.

Fitness­parcours und Sportgeräte im Park am Buschkrug

Rechter Hand erstreckt sich auf dem zu Britz gehörenden Areal der acht Hektar große Park am Buschkrug, der einst Bestattungs- und nach dem Zweiten Weltkrieg Trümmerlagerplatz war. Seit 1952 ist das Gebiet als Grünanlage ausgewiesen. Von 2007 bis 2011 wurde der Park saniert und ein Fitnessparcour mit Gerätegruppen eingerichtet.

Hinter der Blaschkoallee beginnt eine der architektonisch interessantesten Wohnanlagen Berlins, die wegen ihrer besonderen Form Hufeisensiedlung genannt wird. Die kann am besten über die Rambowstraße oder die Onkel-Herse-Straße hin zum Lowise-Reuter-Ring erkundet werden. Die Siedlung wurde zwischen 1925 bis 1933 nach Plänen der Architekten Bruno Taut, Martin Wagner und Leberecht Migge erbaut. Die Anlage im Stil des Neuen Bauens mit 2000 Wohnungen und See ist seit 2008 Unesco-Welterbe. Gleich hinter der Wohnanlage gelangt man über die Onkel-Bräsig-Straße zum Schlosspark Britz.

Aber das führt zu weit – und vor allem vom rechten Weg der Tour ab. Die geht weiter die Buschkrugallee entlang, vorbei am Vivantes Klinikum Neukölln und bietet anschließend den Blick auf die Hochhäuser der Wohnsiedlung Gropiusstadt, die seit 2002 ein Ortsteil Neuköllns ist. So wie Rudow, dessen historischen Dorfkern man wenige Hundert Meter hinter dem Zwickauer Damm erreicht. Die Straße Alt-Rudow führt durch die beschauliche Ortslage mit Geschäften, Kirche und Gaststätten.

Am U-Bahnhof Rudow, der Endhaltestelle der U7, geht es auf der Waltersdorfer Chaussee nach Schönefeld. Rechts liegt das Frauenviertel, dessen Straßen Namen verdienstvoller Frauen tragen. Vorbei am Südpark geht es über den Mauerweg ins Umland. Von dort sind es wenige Hundert Meter bis zum Flughafen Schönefeld, in dessen Nähe der BER Ende Oktober 2020 eröffnen soll. Da dieser Flughafen noch Baustelle ist, muss man sich mit der Besichtigung gedulden. Der zurückgelegte Weg von Tegel nach Schönefeld macht deutlich, dass im kommenden Jahr eine neue Ära der Berliner Luftfahrt vor den Toren der Stadt beginnt und die Stadtflughäfen Gatow, Johannis­thal, Tempelhof und Tegel dann allesamt Geschichte sind.

Einkehr und Entdeckungen

Einkauf Wochenmarkt Rudow in Alt-Rudow, mittwochs und sonnabends von 8 bis 13 Uhr und für den Weihnachteinkauf zusätzlich am 24. Dezember, ebenfalls von 8 bis 13 Uhr.

Sehenswert Im zentralen rechten Kopfbau der Hufeisensiedlung befindet sich in einem Ladenlokal ein freitags und sonnabends von 14 bis 18 Uhr geöffnetes Café mit einer kleinen Ausstellung zur Geschichte der Welterbestätte.

Wegstrecke Die Tour vom S- und U-Bahnhof Hermannstraße bis zum Flughafen Schönefeld ist 11,5 Kilometer lang. Allein dafür werden gut drei Stunden benötigt.