Ausflugs-Tipp

Aufbruch nach Schönefeld: So kommen Sie zu Fuß zum BER

Vom Flughafen Tegel geht es in drei Etappen zum 2020 eröffnenden BER – in dieser Folge bis zum Lützowplatz.

Der neue Hauptstadtflughafen BER.

Der neue Hauptstadtflughafen BER.

Foto: picture alliance / Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

Das Unvorstellbare scheint Realität zu werden: Mit neun Jahren Verzögerung soll am 31. Oktober 2020 Berlins künftig einziger Airport BER in Schönefeld eröffnen und kurze Zeit später der Betrieb im derzeitigen Hauptstadtflughafen Tegel (TXL) für immer eingestellt werden. Damit endet dann auch die Ära des zivilen Flugverkehrs ab und nach Berlin auf dem Stadtgebiet, denn Schönefeld ist ja bekanntlich schon auf Brandenburger Gebiet.

Höchste Zeit also, sich schon einmal gedanklich von Tegel zu verabschieden und sich auf den Weg nach Schönefeld zu begeben. Der ist genau wie die um neun Jahre längere Bauzeit des BER ein weiter, der quer durch die Stadt von Nord nach Süd über fast 30 Kilometer führt. Das ist sicher nicht das Pensum für einen Tagesausflug. Deshalb geht es zunächst vom Flughafen Tegel bis zum Lützowplatz in Schöneberg.

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Gelegenheit für einen Abschied nach 72 Jahren Flugbetrieb

Vielleicht haben Sie ja noch die Chance auf einen Flug ab Tegel als Dienstreise, zum Jahresende oder mit einem Urlaubsflieger im kommenden Jahr, bevor voraussichtlich im November 2020 nach dann 72 Jahren Flugbetrieb der letzte Flieger vom TXL „Otto Lilienthal“ abhebt. Also, unbedingt nochmal hin, bevor der letzte Flugsteig schließt.

Von dort führt der Ausflug zunächst über den Saatwinkler Damm, entlang am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal, in Richtung Osten nach Moabit. Am Emmy-Zehden-Weg geht es rechts hinein zur Gedenkstätte Plötzensee, in der der 2800 Opfer der NS-Justiz gedacht wird, die zwischen 1933 und 1945 dort hingerichtet wurden. Über den Hüttigpfad in östlicher Richtung gelangt man wieder auf den Saatwinkler Damm, der dann in südlicher Richtung zur Beusselstraße wird. Auf der Beusselbrücke, die den Westhafenkanal überspannt, hat man einen guten Blick in die Ferne und über das Gewerbegebiet mit dem Großmarkt und dem Fruchthof Berlin.

Die Beusselstraße entlang führt der Weg durch den Wohnkiez Moabit über die belebte Turmstraße bis zur Straße Alt-Moabit. In die links hinein und dann rechts in die Gotzkowskystraße geht es kurze Zeit später vor der Gotzkowskybrücke in süd-östlicher Richtung weiter – wahlweise die Levetzowstraße oder am Wikingerufer die Spree entlang. Ziel ist in beiden Fällen die Hansabrücke, über die hinweg es hinein in das Hansaviertel geht. Dort verläuft die Route über die zentrale Achse des Viertels, das bereits ab 1874 als gutbürgerliches Wohnquartier errichtet wurde.

Neugestaltung für die Internationale Bauausstellung 1957

Nach der nahezu vollständigen Zerstörung der Bausubstanz im Zweiten Weltkrieg wurde das Areal in Vorbereitung der Internationalen Bauausstellung 1957 von 1955 bis 1960 nach Entwürfen verschiedener namhafter Architekten wie etwa Oscar Niemeyer, Egon Eiermann oder Max Taut neu gestaltet. Viele dieser Gebäude wie die Hansabibliothek, das Schweden- oder Eternithaus säumen den Weg hin zum Großen Stern mit der Siegessäule.

Von dort verläuft die Route entlang der Hofjäger­allee oder parallel dazu durch den Tiergarten in südlicher Richtung zum Lützowplatz in Schöneberg. Auf dem Weg dorthin geht es vorbei an zahlreichen Botschaften, der CDU-Bundeszentrale und dem markant-zackigen Neubau des Bauhaus-Archivs am Landwehrkanal, bevor über die Herkulesbrücke das Lützowufer erreicht wird.

Sehenswertes am Wegesrand

Gedenkstätte Plötzensee, Hüttigpfad, Charlottenburg-Nord, Tel. 26 99 50 00, November–­Februar, tgl. 9–16 Uhr, März–Oktober, tgl. 9–17 Uhr, Eintritt frei, www.gedenkstaette-ploetzensee.de

Architektur Hansaviertel Entlang der Altonaer Straße: Nr. 1 Eternithaus, Nr. 4–14 Oscar-­Niemeyer-Haus, Nr. 15 Hansabücherei, Nr. 18–22 Einkaufszentrum. Weitere interessante Bauten an der Bartning- und Händelallee, am Hansaplatz, Hanseatenweg und an der Klopstockstraße.

Einkehr Auf halbem Weg zwischen Hansaplatz und Großer Stern liegt auf der Nordseite der Altonaer Straße im Tiergarten der Englische Garten mit dem Teehaus, das zu einem Besuch einlädt. Altonaer Straße 2, Tiergarten, Tel. 39 48 04 00, Di.–Sbd. ab 12 Uhr, So. ab 10 Uhr, www.das-teehaus.jimdo.com

Wegstrecke Der Ausflug vom TXL zum Lützowplatz verläuft über gut 7,5 Kilometer. Allein dafür sollten etwa zwei Stunden eingeplant werden.

Hier geht es zum Teil 2 der Serie:

Im Bogen um das Tempelhofer Feld

Teil 3 der Serie folgt.