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Schlüssel für Koolhaas-Neubau an Springer-Konzern übergeben

Der Axel-Springer-Neubau am Abend in der Dämmerung.

Der Axel-Springer-Neubau am Abend in der Dämmerung.

Foto: dpa

Berlin. Der Medienkonzern Axel Springer kann seinen Berliner Hauptsitz erweitern. Verlegerin Friede Springer und Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, nahmen am Donnerstag im Beisein des niederländischen Stararchitekten Rem Koolhaas symbolisch den Schlüssel für den Neubau direkt gegenüber dem Axel-Springer-Hochhaus entgegen.

Döpfner nannte das Gebäude einen "Edelstein in der Stadtlandschaft", dessen Inneres "absolut überwältigend und überzeugend" sei, "weil es Bürofläche und Arbeitsplatz in der digitalen Welt neu denkt und neu definiert". Die Frage von Innen- und Außenraum werde neu reflektiert. Unterschiedliche Teile des Unternehmens könnten hier sehr transparent miteinander arbeiten.

Zudem sei es gelungen, mit dem Gebäude den ehemaligen Westen Berlins mit dem einstigen Osten zu verbinden und die frühere Mauer architektonisch zu überwinden. Verlagsgründer Axel Springer (1912-1985) hatte das Hochhaus in Kreuzberg direkt an der Mauer errichten lassen, das neue Gebäude liegt auf der anderen Straßenseite, die zum Bezirk Mitte und damit zum ehemaligen Ostteil gehört.

Der schwarz-goldene Block mit auffälliger Fensterfront aus einer Welle weiß gefasster Dreiecke vor einem 45 Meter hohen Atrium bietet Platz für 3500 Mitarbeiter. Die verschiedenen Ebenen der 13 Geschosse ragen unterschiedlich tief in den enormen Freiraum des Atriums, der etwa ein Drittel des umbauten Raums einnimmt.

Vom Frühjahr an sollen verschiedene Unternehmensteile des Konzerns nach und nach die 52 000 Quadratmeter Büro- und Redaktionsflächen in Besitz nehmen. Einziehen werden unter anderem der Newsroom für Print- und Digitalprodukte der Tageszeitung "Welt" und das "Welt"-TV-Studio sowie Mitarbeiter des Preisvergleichsportals idealo. "Bild" und Vorstand bleiben im Springer-Hochhaus.

Die Baukosten betragen nach Konzernangaben rund 300 Millionen Euro. Das Gebäude wurde bereits an einen norwegischen Staatsfonds verkauft. Springer wird also Mieter sein im noch selbst in Auftrag gegebenen Gebäude.