JVA

Drogen und Hunderte Handys in Gefängnissen gefunden

In Berlins Gefängnissen wurden 766 Handys gefunden. Auch der Drogen-Schwarzmarkt in der JVA floriert.

Sicherheitsleuchten und Überwachungskameras sind vor einem Gebäude auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Tegel zu sehen.

Sicherheitsleuchten und Überwachungskameras sind vor einem Gebäude auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Tegel zu sehen.

Foto: Paul Zinken / dpa

In Berliner Gefängnissen wurden bis zum 30. September Hunderte Handys und zahlreiche Drogen gefunden. Das geht aus Zahlen der Justizverwaltung hervor, die Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) am Mittwoch vorgestellt hat. Demnach wurden in diesem Jahr bis zum 30. September 766 Mobiltelefone gefunden. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 1027. Spitzenreiter war in diesem - wie im vergangenen Jahr die JVA Heidering, gefolgt von der JVA Tegel.

In den Gefängnissen floriert der Schwarzmarkt

Ähnlich sieht es bei den Drogen aus. Auch hier florierte der Schwarzmarkt. Auf dem ersten Platz lag Cannabis, gefolgt von Subutex-Tabletten, Kokain, Heroin und Amphetamine. Subutex wird zur Behandlung von Opiat-Abhängigen eingesetzt. Beim Cannabis liegt in diesem Jahr die JVA Heidering auf dem ersten Platz. Die meisten Subutex-Tabletten wurden in der JVA Moabit gefunden und das meiste Kokain in Tegel.

Die Drogen kommen auf unterschiedlichen Wegen in die Gefängnisse. Rekord in diesem Jahr war eine Besucherin, die 103 Gramm Amphetamine in einem Schuh versteckt nach Tegel einschmuggeln wollte. In einem anderen Fall in der Untersuchungshaftanstalt Moabit lagen Subutex-Tabletten in einem als Anwalts-Post getarnten Brief.

Stichprobenkontrollen und Drogenspürhunde

Susanne Gerlach, Abteilungsleiterin und zuständig für den Justizvollzug, sagte, dass die Kontrolle hoch seien und man deshalb auch viel finde. So würden alle neuen Gefangenen durchsucht, auch solche die im gelockerten Vollzug seien. Es fänden stichprobenartige Kontrollen der Zellen statt. Besucher würden kontrolliert und Drogenspürhunde kämen zum Einsatz, ebenso einfahrende Fahrzeuge, Werkbetriebe, und das Außengelände. „Es ist ein ständiges Katz-und-Maus-Spiel“, sagte Gerlach.

Radikal-Islamistische Gefangene hinter Gittern

Ein großes Thema in Berliner Gefängnissen seien auch gewaltbereite Islamisten. In Berlin sitzen derzeit 14 gewaltbereite Gefangene mit radikal-islamistischer Gesinnung hinter Gittern. Hinzu kämen 21 Inhaftierte, die erkennbar mit dem extremistischen Islamismus sympathisierten. Anliegen der Behörden sei es, eine Rekrutierung von IS-Anhängern im Gefängnis zu verhindern, sagte Behrendt. Bedienstete müssten Indikatoren wie etwa verändertes Verhalten bei Inhaftierten erkennen, so Behrendt. Bei jungen Straftätern, die anfällig für extremistische Gedanken seien, sei es einfacher, sie zurückzugewinnen als bei einem harten Kern. Berlin sei auch vorbereitet auf die Rückkehr von IS-Kämpfern aus der Türkei und Nordsyrien, betonte der Grünen-Politiker.