Schulessen

Berliner Schüler kriegen mehr Bioessen

Ab dem kommenden Jahr soll es es doppelt so viel Bioessen an Berlins Schulen geben.

Essen in der Mensa der Grundschule auf dem Tempelhofer Feld.

Foto: Jörg Krauthöfer

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Berlin. In den Berliner Schulen soll es künftig mehr gesundes Essen geben. Das hat der Senat auf seiner Sitzung am Dienstag beschlossen. Berlins Landesregierung hat einem entsprechenden Bericht über die Umsetzung des Qualitätspakets Schulessen an das Abgeordnetenhaus zugestimmt. Demnach soll ab August 2020 der Bio-Anteil von derzeit 15 auf 30 Prozent und ein Jahr darauf auf 50 Prozent erhöht werden. „Mit dem Qualitätspaket Schulessen sorgen wir nun dafür, dass sich auch die Essensqualität weiter verbessert“, sagte Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD).

Gleichzeitig will das Land, dass den im Catering Beschäftigten ab dem kommenden Schuljahr ein höherer Mindestlohn gezahlt wird. Der steigt in Berlin zum ersten Januar von derzeit rund neun Euro auf 12,50 Euro. Insgesamt sind ab August mit der besseren Qualität der Nahrungsmittel und den steigenden Gehältern Mehrausgaben von knapp 12,4 Millionen Euro verbunden, ab dem August 2021 sind es rund 33,6 Millionen. Eine Gesamtsumme könne erst genannt werden, wenn die Bezirke entsprechende Meldungen zu den Teilnehmerzahlen der kostenfreien Mittagessen abgegeben hätten, sagte ein Sprecher der Senatsbildungsverwaltung. Das gibt es seit dem August in allen Berliner Grundschulen.

Daneben sind im Doppelhaushalt 2020/21 insgesamt 24 Millionen Euro für die Sanierung, Erweiterung sowie für den Um- und Neubau von Schulmensen geplant. Wie viele Schulen davon profitieren, stehe voraussichtlich ab dem Frühjahr fest, so der Sprecher weiter.

Küchen sollen künftig einmal pro Jahr kontrolliert werden

Zudem soll die Kontrollstelle Schulessen in Pankow personell gestärkt werden, die für ganz Berlin zuständig ist. Derzeit würden dort vier Mitarbeiter arbeiten und nur die Hälfte aller Produktionsküchen in der Stadt einmal pro Jahr kontrollieren können, so der Sprecher weiter. Künftig sollen alle Küchen einmal jährlich auf die Zusammensetzung der Gerichte, die Frische der Zutaten und Hygiene überprüft werden. Die Ergebnisse können laut der Senatsverwaltung auf alle von dort belieferten Schulen übertragen werden. Für das kostenlose Mittagessen an den Grundschulen erhalten die Bezirke außerdem fünf Millionen Euro. Dazu sollen berlinweit rund 30 Erzieher für Essensbetreuung und -aufsicht eingestellt werden. Bis 2021 will der Senat dem Abgeordnetenhaus auch ein Konzept zur Umsetzung eines flächendeckenden subventionierten Mittagessens an Oberschulen mit Ganztagsbetreuung vorlegen. Das gilt für alle Integrierten Sekundarschulen, aber auch für einige Gymnasien.

Dirk Stettner, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, sieht die Senatspläne kritisch. „Prinzipiell ist eine Qualitätssteigerung des Essens richtig und gut, sie hängt aber nicht vom Biolabel ab.“ Statt sich immer wieder neue Dinge auszudenken und miserabel umzusetzen, solle sich der Senat auf die drängenden Probleme wie den Lehrermangel, die schlechte Ausstattung der Schulen und fehlende Schulplätze kümmern.

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