Gehaltseinbußen

Kaufhof-Mitarbeiter streiken wegen Gehaltssenkung

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Dominik Bath
Mitarbeiter von Galeria Kaufhof streiken am Donnerstagvormittag vor der Warenhaus-Filiale am Berliner Alexanderplatz.

Mitarbeiter von Galeria Kaufhof streiken am Donnerstagvormittag vor der Warenhaus-Filiale am Berliner Alexanderplatz.

Foto: Dominik Bath

Beschäftigte der Warenhäuser haben am Donnerstag in Berlin ihre Arbeit niedergelegt. Verdi will den Druck bei Tarifgesprächen erhöhen.

Berlin. Mitten im Weihnachtsgeschäft haben am Donnerstagmorgen mehrere Hundert Beschäftigte der Kaufhof- und Karstadt-Sports-Filialen in Berlin ihre Arbeit niedergelegt. Eine zentrale Kundgebung begann am Morgen vor dem Kaufhof-Warenhaus am Alexanderplatz. In Berlin und Brandenburg sind in den Kaufhof-Filialen rund 1000 Mitarbeiter tätig. Für die Karstadt-Sports-Häuser arbeiten in der Region rund 130 Beschäftigte.

Mit den Arbeitskampfmaßnahmen will die Gewerkschaft ihren Forderungen bei den am Donnerstag und Freitag stattfindenden Tarifverhandlungen Nachdruck verleihen.

Streik bei Kaufhof: Verhandlungen über neuen Tarifvertrag stocken

Verdi und Galeria Karstadt Kaufhof verhandeln bereits seit einiger Zeit über einen gemeinsamen Sanierungstarifvertrag für den durch den Zusammenschluss entstandenen neuen Warenhausriesen. Laut Verdi würde eine Verschmelzung ohne neuen Tarifvertrag für die Kaufhof-Beschäftigten automatisch eine rund elfprozentige Entgeltabsenkung bedeuten. Die sorge für große Unruhe bei den Beschäftigten.

Galeria Karstadt Kaufhof hatte in der Vergangenheit bereits eine Lösung vorgeschlagen, die für die Kaufhof-Mitarbeiter nicht ganz so große Einbußen bedeuten und den Karstadt-Beschäftigten sogar mehr Geld bringen würde. Auch Verdi hatte die Bereitschaft zu Zugeständnissen erkennen lassen.

Kaufhof und Karstadt gehören seit einem Jahr zusammen

Kaufhof ist seit einem Jahr Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem früheren Erzrivalen Karstadt. Eigner ist die österreichische Signa-Gruppe des Immobilien-Investors Rene Benko.

„Jede Woche liest man irgendwo, dass Herr Benko etwas kauft. Geld scheint also kein Problem zu sein“, sagte die zuständige Gewerkschaftssekretärin bei Verdi, Petra Ringer, am Donnerstag der Berliner Morgenpost.

Benko übernimmt auch den Konkurrenten Sportscheck

Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass künftig auch Sportscheck zu dem Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof gehören werde. Mit dem Zukauf überholt der Warenhauskonzern, der unter dem Namen Karstadt Sports bislang mit Sportscheck konkurriert, gemessen am Umsatz den französischen Anbieter Decathlon und wird zum größten Sporthändler in Deutschland.

Ende November hatte der Warenhauskonzern zudem bekannt gegeben, 106 der 126 deutschen Reisebüros des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook zu übernehmen.

( mit dpa )