Nahverkehr

In Berlins neuesten U-Bahnzügen gehen die Uhren falsch

Aufgrund eines Softwareproblems werden in einem Teil der U-Bahnzüge falsche Uhrzeiten angezeigt.

U-Bahn Typ IK am 27.11.2018 in Berlin auf dem BVG-Bahnbetriebswerk Grunewald.

U-Bahn Typ IK am 27.11.2018 in Berlin auf dem BVG-Bahnbetriebswerk Grunewald.

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin . In Berlin ticken die Uhren bekanntermaßen oft anders. Nun auch bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Ausgerechnet in den neuesten und modernsten Zügen der U-Bahn, den Wagen der IK-Baureihe, bekommen die Fahrgäste häufig verwirrende Informationen, zum Beispiel zu den nächsten Anschlüssen. In einem Zug der U2 etwa, der am U-Bahnhof Wittenbergplatz einfährt, ist auf dem Monitor zu sehen, dass der nächste Zug der U1 in 30 Minuten und die nächste U3 in Richtung Krumme Lanke erst in 33 Minuten kommt. Auf den nächsten M29 nach Roseneck müssten die Reisenden gar 36 Minuten warten.

Des Rätsels Lösung: Die Uhrzeit wird – zumindest bei einem Teil der U-Bahnwagen der IK-Serie – fehlerhaft in den Zug übertragen, sagte BVG-Sprecher Markus Falkner auf Nachfrage. So würden die Innenanzeigen an den Wagenübergängen die „richtige“ Zeit anzeigen. Für die Ansteuerung der LCD-Monitore neben den Türen sei technisch bedingt ein anderes Zeitformat verwendet worden. Durch einen Formatfehler würde die Uhr manchmal, aber auch nicht immer etwa 30 Minuten nachgehen. Diese „falsche“ Zeit wurde dann für die Internetabfrage der Anschlüsse auf dem BVG-Server verwendet. Die nächste Abfahrt, die zum Beispiel bereits in einer Minute erfolgen soll, wurde dann für die nachgehende Uhr beantwortet. Im Ergebnis wird der Anschluss in 31 Minuten angezeigt.

Software-Update in den nächsten Tagen

Die BVG versucht nun mit einer Auffrischung der Fahrgastinformation (FGI) das Problem in den Griff zu bekommen. Die neue Software sei in den vergangenen zwei Wochen in Fahrzeugen auf der Linie U2 getestet worden, so Falkner. Am Dienstag erfolgte der finale Test des neuen Softwarepaketes in der Betriebswerkstatt Grunewald für die auf den Linien U1 bis U4 (Kleinprofil) eingesetzten Züge. Am Mittwoch sollte der gleiche Test in der Betriebswerkstatt Friedrichsfelde erfolgen. Unmittelbar danach soll das Einspielen der neuen FGI-Software in alle IK-Züge beginnen und schnellstmöglich abgeschlossen werden.

Die Berliner U-Bahn verfügt aktuell über 40 Züge der neuen Baureihe IK, das entspricht einem Neuntel der Gesamtflotte. Die Züge kommen vor allem auf der Linie U2 (Pankow–Ruhleben) sowie in einer modifizierten Variante auf der U5 (Alexanderplatz) zum Einsatz. Die BVG erwartet 14 weitere Vier-Wagen-Züge, die laut Falkner zwischen Mai und November 2020 geliefert werden sollen.