Terrorismus

Drei Jahre nach Terroranschlag: Gedenktag gefordert

Berlin. Drei Jahre nach dem islamistischen Terroranschlag auf einem Berliner Weihnachtsmarkt hat sich eine Sprecherin von Opfern und Hinterbliebenen für einen nationalen Gedenktag ausgesprochen. Außerdem kündigte Astrid Passin die Gründung einer Interessenvertretung für alle deutschen Terroropfer an. "Ich werde im nächsten Jahr eine Organisation gründen für deutsche Terroropfer im In- und Ausland", sagte Passin, die bei dem Anschlag ihren Vater verloren hat, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwoch).

"Mein erstes Ziel ist, einen nationalen Gedenktag für alle Terroropfer einzuführen. So etwas gibt es bisher nicht. Alle Betroffenen haben das Recht zu trauern." Bisher liege der Fokus "oft auf dem Breitscheidplatz", sagte Passin. Sie könne sich allerdings "vorstellen, dass sich da einige benachteiligt fühlen". Dem wolle sie abhelfen. Passin beklagte zudem, dass die Versorgung der Opfer und Hinterbliebenen immer noch ungenügend sei. Bei Opfern, die erwerbsunfähig geworden seien, gebe es deshalb auch Existenzängste.

Der Tunesier Anis Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen entführt und war in den Weihnachtsmarkt gefahren. Er tötete 12 Menschen, mehr als 70 wurden verletzt. Amri war Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Passin litt nach dem Verlust ihres Vaters selbst an einer "psychoreaktiven Störung".