Ausbildung

Lehrlinge zufrieden: Mehr Fokus auf Digitales gefordert

Das Logo des DGB.

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Foto: dpa

Berlin. Die meisten Auszubildenden in Berlin sind mit ihrer Stelle zufrieden. Bei einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) unter mehr als 2000 Lehrlingen in den Regionen Brandenburg und Berlin gaben nahezu zwei Drittel von ihnen an, ihren Betrieb weiter empfehlen zu können. Nur etwa 14 Prozent der Befragten würden dies nicht tun.

Gespaltener waren sie bei Fragen zur Rolle von Digitalisierung in ihrer Ausbildung. Mehr als jeder dritte Azubi (36 Prozent) empfindet die entsprechende Ausstattung in den Berufsschulen lediglich als ausreichend oder sogar als mangelhaft. Knapp 30 Prozent halten sie hingegen für gut oder sehr gut.

Die Industrie- und Handelskammer Berlin räumte Defizite bei dem Thema ein: "71 Prozent unserer Unternehmen bestätigten, dass es noch immer großen Handlungsbedarf bei der Vermittlung digitaler Kompetenzen an Berufsschulen gibt", teilte der Geschäftsführer für Wirtschaft und Politik, Jörg Nolte mit. Die Unternehmen engagierten sich daher mit digitalen Zusatzqualifikationen und internen Projekten für ihre Lehrlinge.

In Berlin waren zum Stichtag 30. September noch etwas mehr als 3200 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Mit rund 1300 offenen Stellen zum selben Zeitpunkt konnte die Nachfrage dem DGB zufolge nicht gedeckt werden. Die IHK Berlin widersprach allerdings dieser Deutung. "In der Realität haben wir eine Azubilücke", teilte Nolte mit. "Das tatsächliche Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen liegt deutlich höher als statistisch erfasst werden kann."