Ehrung

Ausgezeichnete Azubis: sechs Klassenbeste aus Berlin

Am Montag sind in Berlin Deutschlands beste Lehrlinge geehrt worden. Die ausgelernten Azubis haben gute Chancen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt.

Die besten Auszubildenden der IHK im Jahr 2019: Patrick Ossada, Tino Michael Knoppik (re.) und Martin Gerike (li.).

Die besten Auszubildenden der IHK im Jahr 2019: Patrick Ossada, Tino Michael Knoppik (re.) und Martin Gerike (li.).

Foto: David Heerde

Berlin. Sechs Auszubildende aus der deutschen Hauptstadt sind am Montag als Deutschlands beste Azubis geehrt worden. Zu den prämierten Lehrlingen aus Berlin gehören Maria del Mar Sanchez Exposito, Pauline Appelt, Martin Gerike, Patrick Ossada, Sven Rudolph und Tino Knoppik.

Insgesamt überreichten Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die Auszeichnung an 206 junge Azubis aus dem Bundesgebiet. Entertainerin und Fernsehstar Barbara Schöneberger hatte die Veranstaltung im „Maritim Hotel“ in der Stauffenbergstraße mit mehr als 1000 Gästen moderiert.

Zwei Frauen und vier Männer aus Berlin unter den Besten

Ausgezeichnete Bundesbeste müssen in den Abschlussprüfungen nicht nur mindestens 92 von 100 Punkten erreicht haben, sondern darüber hinaus auch im bundesweiten Vergleich den besten Abschluss im jeweiligen Ausbildungsberuf erzielt haben. Berlins beste Lehrlinge haben sich in diesem Jahr für ganz unterschiedliche Berufsbilder entschieden: Die vier Männer und zwei Frauen haben Ausbildungen als Geomatiker, Mediengestalter, Rohrleitungsbauer, Fachangestellter für Markt- und Sozialforschung, Bauzeichnerin sowie Bühnenmalerin und –plastikerin absolviert.

Berlins Präsidentin der Industrie- und Handelskammer, Beatrice Kramm, zeigte sich über die Auszeichnungen erfreut. „Eine abgeschlossene Ausbildung ist in jedem Fall ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche berufliche Karriere, das gilt erst recht für eine so erfolgreich abgeschlossene Ausbildung. Ihnen stehen jetzt alle Wege offen – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels“, sagte Kramm.

In diesem Jahr war die Fachkräftelücke in der deutschen Hauptstadt auf 141.000 Personen angestiegen. Für das Jahr 2030 wird nach Angaben der Kammer sogar eine Lücke von 232.000 qualifizierten Beschäftigten prognostiziert, die in Unternehmen gebraucht werden, aber nicht zur Verfügung stehen. In der Konjunkturumfrage, die von IHK und Handwerkskammer in regelmäßigen Abständen durchgeführt wird, benennen Firmen in der Hauptstadt-Region den Fachkräfte-Engpass stets als eines der größten Risiken für ihre weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Azubi Pauline Appelt will sich auf nachhaltiges Bauen spezialisieren

Berlins beste Auszubildende ist in diesem Jahr Pauline Appelt, die bei dem Planungsbüro Pichler Ingenieure aus Moabit eine Lehre zur Bauzeichnerin absolviert hatte. Appelt erreichte in ihrer Abschlussprüfung 97,9 Punkte. Sie sei ein ehrgeiziger und zielstrebiger Mensch, sagt die junge Frau über sich selbst. „Wenn man immer dranbleibt und aufmerksam ist, kommen die Ergebnisse von ganz alleine. Man muss halt einfach den Willen haben, es zu schaffen, und dann wird man es auch schaffen“, erklärte Appelt.

Nach ihrer abgeschlossenen Ausbildung hat die Berlinerin im Oktober zunächst ein Architekturstudium an der Beuth Hochschule begonnen. Später will sich Pauline Appelt auf nachhaltiges und umweltverträgliches Bauen spezialisieren. „In diesem Bereich möchte ich dann auch mal arbeiten“, so Appelt.

Eher ungewöhnlich ist der Karriereweg von Patrick Ossada bislang verlaufen. Ossada hat sich im Alter von 30 Jahren dazu entschieden, eine weitere Berufsausbildung zu absolvieren. Mittlerweile ist der 33 Jahre alte Berliner ausgelernter Rohrleitungsbauer. Für die Baubranche habe er sich entschieden, weil die Zukunftsaussichten in dem Berufsfeld derzeit angesichts der Auftragslage sehr vielversprechend seien, sagte Ossada. Nach seiner Lehre bei dem Betrieb Stehmeyer + Bischoff Berlin ist er mittlerweile für die Berliner Wasserbetriebe tätig.

Bundesweit fast 300.000 abgelegte Prüfungen

Auch Martin Gerike zählt zu den bundesweit besten Lehrlingen dieses Jahres. Schon in der Schulzeit habe er sich für die größeren wirtschaftlichen Zusammenhänge interessiert. Auch deswegen absolvierte er die Ausbildung zum Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung. Der 20-Jährige ist nach seiner abgeschlossenen Lehre von seinem Arbeitgeber, dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), übernommen worden und hat darüber hinaus angefangen, berufsbegleitend zu studieren.

Bundesweit haben in diesem Jahr fast 300.000 Ausbildungsprüfungen stattgefunden. Mehr als 23.000 davon wurden in den von der Industrie- und Handelskammer anerkannten Ausbildungsberufen in Berlin abgenommen.