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Robin-Hood-Streit: Grünen-Fraktionschefin attackiert Müller

Antje Kapek, die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus.

Antje Kapek, die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus.

Foto: dpa

Berlin. Die Berliner Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek hat den Regierenden Bürgermeister Michael Müller vom Koalitionspartner SPD scharf attackiert. Müller hatte den grünen Bezirksstadtrat Florian Schmidt in Friedrichshain-Kreuzberg wegen dessen Aktivitäten beim Ankauf von Wohnungen kürzlich als "Mini-Robin-Hood" bezeichnet.

"Wer den Anspruch hat, diese Stadt zu führen, der muss das mit Mut und Tatendrang und auch mit Verantwortung tun", sagte Kapek am Samstag auf einem Grünen-Parteitag dazu. "Wenn also der Regierende Bürgermeister im Abgeordnetenhaus unseren Stadtrat Florian Schmidt als einen Mini-Robin-Hood beschimpft, dann kann man nur sagen: Mir sind zehn Mini-Robin-Hoods, die vielleicht auch mal mit Pfeil und Bogen übers Ziel hinausschießen, die aber mit Energie und Leidenschaft und mit Mut dafür kämpfen, dass sich in dieser Stadt etwas zum Besseren verändert, zehnmal lieber als jemand, der nur mit dem Finger auf andere zeigt und ansonsten die Hände in den Schoß legt." Der Parteitag quittierte das mit starkem Beifall.

Müller war am 28. November im Abgeordnetenhaus auf das für die öffentliche Hand riskante Vorgehen Schmidts eingegangen, ein Vorkaufsrecht des Bezirks für mehrere Wohnhäuser zugunsten der Genossenschaft Diese eG auszuüben. Schmidt tat das, obwohl die Finanzierung zumindest teilweise nicht sicher war. "Wenn irgendjemand in Berlin meint, er müsste sich profilieren und den Mini-Robin-Hood spielen, und er müsste auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler allen alles versprechen und Millionenrisiken eingehen, dann muss er das auch ausbaden", sagte Müller, ohne den Namen Schmidts zu nennen.