Gefährdungslage

Tiergarten-Mord: Tatverdächtiger erneut verlegt

Der Russe Vadim S. saß bereits in einem Hochsicherheitstrakt. Nun wurde er erneut verlegt - offenbar wegen einer konkreten Gefährdung.

Merkel kritisiert Russland

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Ausweisungen von zwei russischen Diplomaten im Zusammenhang mit dem Mord an einem Georgier in Berlin verteidigt.

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Berlin. Der Tatverdächtige im Tiergarten-Mord ist nach Informationen der Berliner Morgenpost erneut verlegt worden. Grund ist offenbar eine konkrete Gefährdungslage. Wo der Russe Vadim S. jetzt ist und ob er nur innerhalb der Anstalt in eine andere Zelle verlegt oder in ein neues Gefängnis gebracht wurde, ist unklar. Aus Sicherheitskreisen hieß es, dass man eine Situation mit so einer Bedrohung eines Häftlings noch nie gehabt habe.

Vadim S. wird beschuldigt, am 23. August den Georgier Tornike K. im Kleinen Tiergarten in Moabit erschossen zu haben. Die Deutschen Ermittler vermuten, dass die Spur der Auftraggeber nach Russland oder in die Teilrepublik Tschetschenien führt. Staatliche Stellen in Russland bestreiten das. Am Mittwoch übernahm der Generalbundesanwalt den Fall. Im Zuge der Ermittlungen wies Deutschland zwei russische Diplomaten aus. Russland wiederum kündigte Gegenmaßnahmen an.

Vadim S. war bereits aus der Untersuchungshaftanstalt Moabit in einen Hochsicherheitstrakt in Tegel verlegt worden. Aus Sicherheitskreisen hieß es, dass in Berliner Gefängnissen viele Russen und Tschetschenen sitzen würden und man nicht für die Sicherheit von Vadim S. garantieren könne. Wie der „Spiegel“ berichtet soll das Bundesamt für Verfassungsschutz schon im Februar 2017 einen Warnhinweis an die Behörden in Brandenburg und Berlin verschickt haben, dass der Georgier Tornike K. gefährdet sei.