Vor Berliner CDU-Zentrale

Zentrum für politische Schönheit mit neuer Aktion

Das Künstlerkollektiv hat am Sonnabend die Grabplatte des früheren Reichskanzlers Franz von Papen vor der CDU-Zentrale abgelegt.

Polizisten am Sonnabend vor der Grabplatte von Franz von Papen, die das "Zentrum für Politische Schönheit" vor der CDU-Bundeszentrale in Berlin-Tiergarten abgelegt hat.

Polizisten am Sonnabend vor der Grabplatte von Franz von Papen, die das "Zentrum für Politische Schönheit" vor der CDU-Bundeszentrale in Berlin-Tiergarten abgelegt hat.

Foto: Reuters

Berlin. Das "Zentrum für Politische Schönheit" (ZPS) hat am Sonnabend die zuvor entwendete Grabplatte des früheren Reichskanzlers Franz von Papen (1879-1969) vor der Bundeszentrale der CDU in Berlin-Tiergarten abgelegt.

In einer Mitteilung der Künstlergruppe von Sonnabend hieß es zu der Aktion: "Franz von Papen vor CDU-Parteizentrale wieder aufgetaucht! +++ Er möchte der CDU seine politischen Erfahrungen mit dem Rechtsextremismus mitteilen, wird aber derzeit nicht eingelassen. +++ Demokratiefeinde durch Macht domestizieren, demaskieren oder einhegen?"

Der frühere Reichskanzler und Zentrumspolitiker von Papen gilt als "Steigbügelhalter" Adolf Hitlers. Unter Hitler war er in den Jahren 1933 und 1934 Vizekanzler.

Zentrum für Politische Schönheit entschuldigte sich für NS-Mahnmal

Die Grabplatte war in der vergangenen Woche aus dem saarländischen Wallerfangen entfernt worden. Unmittelbar nach der Entfernung der Grabplatte hatte ZPS-Gründer Philipp Ruch gesagt: „Franz von Papen ist auf dem Weg nach Berlin, um die historische Schuld des deutschen Konservatismus aufzuarbeiten“. Weiter schrieben die Aktivisten: „Hitlers Ermächtiger, verantwortlich für Millionen von Toten in ganz Europa, Hauptangeklagter in Nürnberg, wurde so bestraft: 4 Jahre Haft. Im Anschluss: Saus und Braus auf seinem Schloss, dann: Ehrengrab in Wallerfangen!“ Dieser Zustand sei nun beendet.

Auf Bildern ist zu sehen, wie Polizisten die Grabplatte vor dem Konrad-Adenauer-Haus an der Klingelhöferstraße mit einer Decke verbargen. Kurz darauf wurde sie von Polizisten weggetragen.

Das ZPS hatte zuletzt mit einer umstrittenen Aktion für Aufsehen gesorgt. Das Kollektiv hatte in Sichtweite des Reichstagsgebäudes eine Stahlsäule errichtet, die nach Angaben der Gruppe die Asche von Opfer der Massenmorde der Nazis enthält. Nach heftiger Kritik hatte sich das ZPS für das Projekt entschuldigt und die Stahlsäule verhüllt.