Mobilität

Uber startet in Berlin neuen Limousinen-Service

Ab sofort können in Berlin über Uber auch Premium-Automobile bestellt werden. Der nächste Streit mit dem Taxi-Gewerbe ist programmiert.

Ehrgeizig: Uber-Deutschland-Chef Christoph Weigler.

Ehrgeizig: Uber-Deutschland-Chef Christoph Weigler.

Foto: Mark Sandten / / FUNKE FOTO SERVICES

Berlin. Der umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber will mit einem neuen Angebot seine Präsenz in Deutschland weiter ausbauen. Ab sofort können Nutzer über den neuen Service „Uber Premium“ Fahrten in Limousinen der gehobenen Mittel- und Oberklasse bestellen. Das Angebot wurde am Donnerstag in Berlin gestartet, weitere Großstädte sollen folgen.

Zu den verfügbaren Modellen der Flotte gehören etwa die Mercedes E-Klasse, Jaguar I-Pace oder Audi A6, teilte der Betreiber der Mobilitätsplattform am Donnerstag mit. Der Preis liege etwa 60 Prozent über denen der Angebote „UberX“ und „UberGreen“.

Uber Premium – Wünsche an den Fahrer per App

Bereits vor der Fahrt könnten Kunden über eine App Wünsche an den Fahrer übermitteln, etwa welche Raumtemperatur im Fahrzeug sie bevorzugen oder ob sie Interesse an einer Unterhaltung haben oder unterwegs lieber in Ruhe gelassen werden wollen.

Mitteilen können sie auch, ob sie Hilfe beim Be- und Entladen von Gepäck benötigen. Der Fahrpreis wird in der App bereits vor Abschluss der Buchung angezeigt. Er gilt unabhängig davon, ob sich später längere Fahrtzeiten oder Umwege ergeben. In Berlin kann der Fahrpreis nicht nur mit Kredit- und Girokarte, sondern alternativ auch mit Bargeld bezahlt werden.

Uber liegt im Streit mit dem Taxi-Gewerbe

Uber ist ein 2009 in den USA gegründetes Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in San Francisco. Es bietet inzwischen in vielen Städten der Welt Vermittlungsdienste zur Personenbeförderung an. In Deutschland steht Uber seit Jahren im Clinch mit der Taxi-Branche.

Denn während Taxifahrer als Teil des öffentlichen Nahverkehrs ihre Tarife und auch ihre Präsenz in allen Stadtteilen von den Kommunen vorgeschrieben bekommen, kann Uber die Fahrpreise und Einsatzgebiete weitgehend frei bestimmen. Damit würde Uber den gleichfalls privatwirtschaftlich arbeitenden Taxi-Unternehmen wichtige Teile ihrer Kundschaft abjagen, so der Vorwurf.

Uber-Fahrer erfüllen gesetzliche Bestimmungen

Laut einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Köln aus dem Juli darf die Firma ihr traditionelles Angebot „Uber X“ eigentlich nicht mehr zur Mietwagenvermittlung in Deutschland über die App offerieren – wegen monierter Verstöße gegen das Personenbeförderungsgesetz. Das Verbot gilt allerdings erst ab der Zustellung der Entscheidung an Uber in Amsterdam, die bislang noch nicht erfolgte.

Uber verweist darauf, dass es ausschließlich mit lizenzierten Mietwagen- und Taxiunternehmen zusammen arbeiten würde. Alle Fahrer besäßen einen Personenbeförderungsschein und erfüllten damit die gesetzlichen Anforderungen. Dazu gehöre auch eine regelmäßige Untersuchung durch Fachärzte sowie die Kontrolle der polizeilichen Führungszeugnisse der Fahrer.