Kriminalität

Schüler nach Schmerzmittel-Konsum in Klinik: Ermittlungen

Ein Polizeiwagen fährt mit Blaulicht durch die Innenstadt.

Ein Polizeiwagen fährt mit Blaulicht durch die Innenstadt.

Foto: dpa

Berlin. Nach der Einnahme starker Schmerzmittel sind vier Berliner Jugendliche mit Übelkeit und Erbrechen vorübergehend in Krankenhäusern behandelt worden. Eine Schule habe wegen der Beschwerden der Schüler am Montagmittag Polizei und Feuerwehr alarmiert, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch auf Anfrage. Die Betroffenen, zwei 13 Jahre alte Mädchen und zwei 14 Jahre alte Jungen, wurden demnach noch am gleichen Abend wieder entlassen. Nun ermittelt die Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Über den Fall im Bezirk Spandau hatte zuvor der "Tagesspiegel" (online) berichtet.

Erste Ermittlungen hätten ergeben, dass eine der 13-Jährigen die Tabletten selbst mitgebracht und an die drei Mitschüler verteilt haben soll, sagte die Polizeisprecherin. Die Jugendliche gab demnach an, die Medikamente von einem Bekannten bekommen zu haben. Bisher sei die genaue Quelle unklar. Auch sei offen, ob die Gruppe gewusst habe, was sie zu sich nimmt. Laut Polizei war möglicherweise das Opioid Oxycodon enthalten. Die 13-Jährige ist zwar strafunmündig, die Ermittlungen richteten sich aber auch gegen sie, hieß es.

Opioide, zu denen auch Heroin und Methadon zählen, wirken schmerzstillend, entspannend, beruhigend und euphorisierend. Oxycodonhaltige Medikamente gehören zu den Schmerzmitteln, deren Verbreitung in den USA seit Ende der 90er Jahre stark zunahm. Aus Verschreibungen entwickelten sich Abhängigkeiten - bis hin zur Opioid-Epidemie mit Tausenden Toten durch Überdosen jedes Jahr.

In Deutschland waren bei etwa der Hälfte der 1276 Drogen-Todesfälle 2018 Opioid-Überdosierungen im Spiel. Laut dem Drogen- und Suchtbericht 2019 der Bundesdrogenbeauftragten haben 1,7 Prozent der Erwachsenen hierzulande in ihrem Leben mindestens einmal Opioide konsumiert. "Bei Jugendlichen liegen die Prävalenzen so niedrig, dass statistische Aussagen zu Tendenzen beim Konsum nicht sinnvoll sind", hieß es.