Kriminalität

Großrazzia: 1,1 Tonnen Tabak beschlagnahmt

Shisha-Bars sind beliebte Orte für junge Leute - gerade in Großstädten. Sie fungieren nebenbei aber auch oft als Treffpunkte von Kriminellen aus dem Clanmilieu.

Ein Polizist steht im Regen vor einem Streifenwagen dessen Blaulicht aktiviert ist.

Ein Polizist steht im Regen vor einem Streifenwagen dessen Blaulicht aktiviert ist.

Foto: dpa

Berlin. Mit einer Großrazzia ist die Polizei gegen den großangelegten Schmuggel und Handel mit Shisha-Tabak vorgegangen. Dabei flog eine fünfköpfige Bande auf, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten. Ermittler beschlagnahmten am Dienstag 1,1 Tonnen unversteuerten Shisha-Tabak für Wasserpfeifen sowie 80 000 Euro in bar, drei teure Autos sowie neun Luxusuhren. Einer der Verdächtigen besaß zudem Falschgeld. 13 Wohnungen und andere Räume wurden durchsucht, insgesamt waren 274 Polizisten, Zöllner und Staatsanwälte im Einsatz. Verbindungen zu arabischstämmigen Clans wurden von der Polizei nicht ausgeschlossen und werden nun geprüft, wie ein Sprecher sagte.

Seit einem Jahr war eine gemeinsame Ermittlungsgruppe "Zigaretten" (GE Zig) der Kriminalpolizei und des Zolls der Bande auf der Spur. Verdächtig sind fünf 30- bis 40-jährige Männer mit deutscher, libanesischer oder syrischer Staatsangehörigkeit. Sie sollen neben zwei legalen Läden mit angeschlossenem Internethandel auch einen verbotenen Handel mit selbst hergestelltem Wasserpfeifentabak betrieben haben. Außer der beschlagnahmten Menge von 1,1 Tonnen soll die Bande zuvor mindestens 1,9 Tonnen Tabak verkauft haben.

Die Polizei sprach von einem Steuerschaden von 70 000 Euro. Der Endverkaufspreis einer Tonne des Tabaks betrage in den Shisha-Bars eine Million Euro, hieß es beim Zoll. Diese Summer zeige die finanzielle Dimension des illegalen Geschäfts, um das hier gehe.

Die Herstellung des Shisha-Tabaks soll unter "katastrophalen hygienischen Bedingungen" geschehen sein. Die sichergestellte Ware war zum Teil angeschimmelt. Eine der Produktionsstätten in einem Keller in Kreuzberg wurde bei dem Einsatz am Dienstag geschlossen. Am Finanzamt und allen anderen Kontrollen vorbei soll der Tabak verkauft worden sein.