Prozess

Jungen übersehen und überrollt: Lkw-Fahrer gesteht

Der LKW-Fahrer hat vor Gericht zugegeben, dass er beim Abbiegen die erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen hat.

Eine Bronzestatue der Justitia steht unter freiem Himmel.

Eine Bronzestatue der Justitia steht unter freiem Himmel.

Foto: dpa

Berlin. Nach dem Unfalltod eines Siebenjährigen in Spandau hat ein Lkw-Fahrer vor Gericht zugegeben, dass er beim Abbiegen die erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen und deshalb das Kind auf seinem Fahrrad überrollt habe. Der 61-Jährige soll im Juni 2018 mit seinem Lastwagen ohne anzuhalten von der Nauener Straße nach rechts in den Brunsbütteler Damm abgebogen sein. Dabei habe er das Kind mit seinem Fahrrad erfasst und überrollt. "Er hätte den Jungen sehen können und müssen", erklärte der Verteidiger des 61-Jährigen zu Prozessbeginn vor dem Amtsgericht Tiergarten am Mittwoch.

Kind wurde von Lastwagen sechs Meter mitgeschleift

Der Junge war mit seiner Mutter unterwegs. Sie seien bei für sie grüner Ampel losgefahren, sagte die 41-Jährige als erste Zeugin im Prozess. Ihr Sohn sei kurz vor ihr gefahren. "Plötzlich tauchte der Lkw auf." Einem Gutachten zufolge wurde das Kind touchiert, nach seinem Sturz etwa sechs Meter vom Lastwagen mitgeschleift und schließlich vom Hinterrad überrollt.

Dem Lkw-Fahrer wird fahrlässige Tötung zur Last gelegt. Die Anklage geht davon aus, dass der 61-Jährige die beiden Radfahrer über mehrere Spiegel an seinem Fahrzeug hätte wahrnehmen können. Mit einem Urteil wird noch am Mittwoch gerechnet.