Notfälle

Knochenfund bei Villa Kellermann: Gebeine werden untersucht

Im Garten der Villa Kellermann machen Bauarbeiter einen gruseligen Fund. Nun sollen die Gebeine, die vermutlich von einem russischen Soldaten stammen, untersucht werden.

Die Villa Kellermann in Potsdam an der Nobelmeile Heiliger See.

Die Villa Kellermann in Potsdam an der Nobelmeile Heiliger See.

Foto: dpa

Potsdam. Die auf einem Potsdamer Grundstück entdeckten Gebeine sollen gerichtsmedizinisch untersucht werden. Wann dies geschehen soll, konnte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam am Dienstag zunächst nicht sagen. Bauarbeiter hatten die Knochen und den Schädel am Montagmorgen auf dem Grundstück in der Mangerstraße bei Arbeiten entdeckt und die Polizei informiert. Untersuchungen hatten laut Polizei ergeben, dass sie seit dem Zweiten Weltkrieg dort lagen. Es handelt sich demnach wahrscheinlich um einen russischen Soldaten.

Nach dpa-Informationen wurden die Knochen und der Schädel auf dem Gartengrundstück der Villa Kellermann entdeckt. Zuvor hatten mehrere Medien über den Fundort berichtet. In der Villa im Stadtteil Berliner Vorstadt betreibt Sternekoch Tim Raue ein Restaurant, an dem auch Fernsehmoderator Günther Jauch beteiligt ist. Jauch äußerte sich am Dienstag aus Zeitgründen nicht zu dem Fund. Das Restaurant und Raue selbst antworteten zunächst nicht auf Anfragen.

Nach Angaben des Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge kommt es in Brandenburg häufiger vor, dass menschliche Knochen aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden werden. Durch den beweglichen, sandigen Boden in Brandenburg würden Gebeine mitunter wieder nach oben transportiert, erklärte Diane Tempel, Sprecherin des Volksbundes am Dienstag.

Der Verein will die Gebeine nach der Untersuchung auf einer Kriegsgräberstätte in Lebus (Märkisch-Oderland) beisetzen. Derzeit ruhen auf dem Friedhof etwa 4000 Gefallene der Roten Armee. Anhand der Munition, die neben den Knochen gefunden wurde, habe man recht zweifelsfrei feststellen können, dass es sich um einen Soldaten der Roten Armee handele, so Tempel. Der Verein wolle nun erforschen, ob die Gebeine noch einem Soldaten zugeordnet werden können.

Ob in dem Garten des Gourmet-Restaurants nach weiteren Knochen gesucht werden soll, sei derzeit noch ungewiss, sagte Tempel. Man sei mit dem Eigentümer in Abstimmung. Natürlich könne es gut sein, dass sich dort weitere Gebeine befinden. Zum Teil könnten diese mit Sonden auch ohne Grabungen entdeckt werden.

Die Villa Kellermann ist nach dem Schriftsteller Bernhard Kellermann benannt. Zu DDR-Zeiten war sie Sitz des Kulturbunds und ein Treffpunkt von Intellektuellen, Künstlern und Schriftstellern. Bis 2009 wurde in dem Domizil ein italienisches Restaurant betrieben. Vor drei Jahren kaufte dann Jauch die Villa auf.