Waldfriedhof

Erstochener Fritz von Weizsäcker beigesetzt

Chefarzt von Weizsäcker war in der Schlosspark-Kinik erstochen worden. Nun wurde er auf dem Waldfriedhof beigesetzt - wie sein Vater.

Der Sarg von Fritz von Weizsäcker wird auf dem Waldfriedhof für die Beisetzung zum Grab getragen.

Der Sarg von Fritz von Weizsäcker wird auf dem Waldfriedhof für die Beisetzung zum Grab getragen.

Foto: dpa

Berlin. Der getötete Arzt Fritz von Weizsäcker ist am Montag in Berlin unter großer Anteilnahme neben seinem Vater, dem früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, beigesetzt worden. Still begleiteten zahlreiche Trauergäste den Toten im schlichten, Blumen geschmückten Eichensarg zu seiner letzten Ruhestätte auf dem Waldfriedhof im Ortsteil Dahlem und erwiesen ihm die letzte Ehre.

Bei der vorangegangenen Trauerfeier in der Jesus-Christus-Kirche in Dahlem drängte sich eine Frage unter den rund 500 Angehörigen und Gästen auf: Warum? Der Chefarzt der Berliner Schlosspark-Klinik war am Abend des 19. November bei einem Vortrag erstochen worden. Ein Zuhörer war mit einem Messer auf den 59-Jährigen losgegangen. Für den Mediziner kam jede Hilfe zu spät. Laut Staatsanwaltschaft soll der Angreifer psychisch krank sein und „wahnbedingt“ eine Abneigung gegen die Familie von Weizsäcker haben.

Gespielt wird die Titelmelodie von „Forest Gump“

In „unbegreiflicher Weise“ sei von Weizsäcker aus dem Leben gerissen worden, sagte Wolfgang Huber, früherer Bischof der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg in seiner Predigt. „Er wurde uns allen geraubt.“ Huber schilderte den Verstorbenen als Humanisten mit Herzensgüte. Von Weizsäcker sei seinen Patienten mit Würde entgegen gekommen und habe sich für Familie und Beruf gleichermaßen interessiert. Er habe sich entschlossen, Arzt zu werden, um die Grenzen dessen, was die Menschen hinnehmen müssten, zugunsten des Lebens zu verschieben.

Der frühere Bischof würdigte die ständige Einsatzbereitschaft des Mediziners und seine „nie um ein Wort verlegene Klugheit“. Von Weizsäcker habe gerne Klavier gespielt und Schach und Primzahlen gemocht. Wichtiger sei ihm jedoch seine große Familie gewesen. Als Menschen, für den die Liebe wichtiger als alles andere gewesen sei, hätten ihn Familienmitglieder geschildert, so Huber.

Von Weizsäckers Musikleidenschaft zeigte sich auch während der Trauerfeier. Mit Flügel und Violine vorgetragen wurden die Titelmelodien der Filme „Forest Gump“ und „Der Pate“, die der Musikliebhaber von Weizsäcker laut Huber so gerne gehört habe. Sie sorgten in der voll besetzten Jesus-Christus-Kirche für einen Kontrapunkt zu den ebenfalls gespielten Orgelsonaten Johann Sebastian Bachs.

Trauerfeier und Beisetzung in Dahlem verfolgte auch die Mutter des Getöteten, Marianne von Weizsäcker (87). Unter den Gästen waren auch der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sowie der Anwalt und Kunstförderer Peter Raue mit Gattin Andrea Gräfin Bernstorff.

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