Extremismus

Morddrohung gegen Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli

Die SPD-Politikerin Sawsan Chebli hat auf Twitter ein von Unbekannten an sie gerichtetes Schreiben mit einer Morddrohung veröffentlicht

Sawsan Chebli.

Sawsan Chebli.

Foto: Stefan Zeitz Photography / imago/Stefan Zeitz

Berlin. Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli wird nach eigenen Angaben von mutmaßlichen Rechtsextremisten mit dem Tode bedroht. Die SPD-Politikerin veröffentlichte am Montag beim Kurznachrichtendienst Twitter ein von Unbekannten an sie gerichtetes Schreiben mit einer Morddrohung. Chebli habe es auf „unsere Todesliste geschafft“, heißt es in dem Text, in dem die 41-Jährige übel beschimpft und rassistisch beleidigt wird. Es endet mit den Worten: „Heil Hitler. Die Soldaten der Cyberreichswehr.“ Chebli erstattete nach eigenen Angaben Anzeige.

Zudem kündigte Chebli an, trotz der Morddrohung in ihrem Wirken für eine offene, tolerante Gesellschaft nicht nachzulassen. „Ich lasse mich von Euch Nazis nicht einschüchtern, werde weiter meine Stimme erheben, mich für Vielfalt einsetzen, werde weiter für eine offene Gesellschaft, für Migranten, Flüchtlinge, Schwarze, Juden, Muslime und alle kämpfen, die Eure Feinde sind“, twitterte sie. „Jetzt erst recht.“

Auch Cem Özdemir und Claudia Roth wurden bedroht

Zuletzt hatten die Grünen-Politiker Cem Özdemir und Claudia Roth Morddrohungen mutmaßlicher Rechtsextremisten erhalten. Diese beiden E-Mails waren von einer Gruppe namens „Atomwaffen Division Deutschland“ unterzeichnet. In dem Brief an Chebli wird darauf ausdrücklich Bezug genommen. Erwähnt wird zudem der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke, der am 2. Juni mit einem Kopfschuss auf der Terrasse seines Hauses im Landkreis Kassel getötet wurde. Ein Verdächtiger sitzt in Untersuchungshaft, die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus.

Chebli ist in der Berliner Senatskanzlei Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales. Sie hat palästinensische Wurzeln und erhebt immer wieder ihre Stimme gegen Rassismus und Intoleranz. Dafür wird sie im Netz oft mit Hasskommentaren überzogen. Am Sonntag verlieh sie die „#Farbenbekennen-Awards“, mit denen in Berlin das Engagement geflüchteter Menschen für die deutsche Gesellschaft gewürdigt wird.