Umfrage

Ausgewertet: Das wünschen sich Berliner zu Weihnachten

Urlaube sollen bei jungen Berlinern unterm Baum liegen. Rentner würden gerne zum Essen ausgeführt werden.

Vor allem jüngere Berliner würden gerne Urlaube und Reisen geschenkt bekommen. Ältere Einwohner wünschen sich hingegen vor allem Einladungen zum Essengehen.

Vor allem jüngere Berliner würden gerne Urlaube und Reisen geschenkt bekommen. Ältere Einwohner wünschen sich hingegen vor allem Einladungen zum Essengehen.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Berlin. In Sachen Weihnachtsgeschenke sind Berliner Ruheständler 2019 sparsamer als noch vor einem Jahr. Das geht aus einer neuen repräsentativen Umfrage der Berliner Sparkasse hervor. Die Studie liegt der Berliner Morgenpost exklusiv vor. Demnach plant fast jeder vierte Rentner in Berlin in diesem Jahr, gar kein Geld für Weihnachtsgeschenke auszugeben (23 Prozent). Noch ein Jahr zuvor hatten lediglich 16 Prozent der befragten Ruheständler erklärt, ihren Lieben zum Weihnachtsfest keine Geschenke kaufen zu wollen.

Für 20 Prozent der Rentner sind laut der Umfrage in diesem Jahr andere Dinge wichtiger als Sachgeschenke. Drei Prozent gaben an, auch bereits beim Weihnachtsfest im vergangenen Jahr kein Geld für Weihnachtsgeschenke ausgegeben zu haben. Jeder fünfte Berliner Rentner (20 Prozent) ist sich bereits sicher, dass Weihnachten 2019 Geschenke für weniger Geld unter dem Tannenbaum liegen werden als ein Jahr zuvor.

„Die meisten sind zu Weihnachten in Kauflaune, denn der Stadt und vielen Berlinerinnen und Berlinern geht es wirtschaftlich weiter gut. Manche wollen sich aber bei den Geschenken auch etwas zurückhalten – in einem Jahr, in dem viel über konjunkturelle Sorgen und weniger Konsum gesprochen wurde“, sagte der Leiter des Privatkunden-Geschäfts der Berliner Sparkasse, Alexander Fest, mit Blick auf die Ergebnisse.

Ein Grund für die Zurückhaltung ist die eigene finanzielle Lage vieler Hauptstadt-Rentner. Bei einer Umfrage zum Geldanlageverhalten im Frühjahr 2019 hatten nur sechs Prozent der Ruheständler erklärt, dass sich ihre finanzielle Situation im Vergleich zum Vorjahr verbessert habe. 79 Prozent hielten ihre monetäre Ausstattung für gleichgeblieben. 14 Prozent gaben allerdings an, dass sich ihre wirtschaftliche Lage im Jahresvergleich verschlechtert habe.

Dabei schneiden die Ruheständler der Hauptstadt im bundesweiten Vergleich mit Blick auf die Kaufkraft immer noch leicht besser ab als ihre Altersgenossen in anderen Bundesländern. Zahlen dazu basieren auf einer Auswertung des Marktforschungsunternehmens GfK aus dem Jahr 2015. Damals hatten Ruheständler ab 65 Jahren in der deutschen Hauptstadt im Jahr etwa 22.800 Euro zur Verfügung. Die bundesweite Kaufkraft pro Einwohner ab 65 Jahren lag bei 22.721 Euro.

Deutschlandweit haben Menschen ab 60 Jahren die höchste Kaufkraft. In den seltensten Fällen ist dafür die staatliche Rente verantwortlich. Die geringeren Altersbezüge werden aber häufig durch Betriebs- und Privatrenten oder andere zusätzliche Einnahmequellen und vorhandenes Vermögen ausgeglichen. Außerdem wird aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung in einem immer höheren Alter geerbt.

Der überwiegende Teil der Ruheständler in der deutschen Hauptstadt ist deswegen auch nach wie vor in Weihnachtsstimmung – und drückt das vor allem über den Kauf von Geschenken aus. Demnach will mehr als die Hälfte der Berliner Rentner (52 Prozent) genauso viel für den Kauf von Aufmerksamkeiten ausgeben wie 2018. Fünf Prozent der befragten Pensionäre gab sogar an, in diesem Jahr mehr ausgeben zu wollen, um Familie und Freunde zu beschenken.

Zum Vergrößern der Grafik: Klicken Sie hier

Senioren kaufen Geschenke schon im Herbst

Mit Blick auf die Höhe der Ausgaben hält der überwiegende Teil der Berliner Rentner (42 Prozent) Ausgaben zwischen 101 und 500 Euro für realistisch. Jeder zehnte Einwohner im Ruhestand will sogar mehr als 500 Euro für Geschenke ausgeben. 25 Prozent haben lediglich ein Budget von bis zu 100 Euro zur Verfügung, um Geschenke zu kaufen.

Im Vergleich zu anderen Altersgruppe denken die Berliner Rentner zudem langfristiger an den Kauf von Weihnachtsgeschenken. Nur neun Prozent der Ruheständler gehen am Tag des Heiligen Abends oder in der Woche vor Weihnachten noch auf Geschenke-Einkaufstour. Der überwiegende Teil der Rentner (45 Prozent) kauft die Geschenke bereits in den Herbstmonaten. 34 Prozent der Senioren haben den Kauf von Weihnachtspräsenten in den ersten beiden Dezember-Wochen erledigt.

Spontan in Sachen Weihnachtsgeschenke-Kauf sind vor allem Menschen, die sich noch in der Ausbildung befinden. Jeder Fünfte gab an, sich erst in der Woche vor Weihnachten um den Kauf von Geschenken zu kümmern.

Mit Blick auf die Weihnachtswünsche beweisen die Berliner nach Angaben einer aktuellen Umfrage der Berliner Sparkasse eine gewisse Konstanz. Bereits das vierte Jahr in Folge zählen Urlaube und Reisen zu den Top-Weihnachtswünschen der Hauptstadt-Einwohner. 52 Prozent der Berliner sagten, Ausflüge in die Ferne würden sie in diesem Jahr als Geschenk am meisten freuen (2018: 46 Prozent).

36 Prozent würden gerne Eintrittskarten für eine kulturelle Veranstaltung, also für Theater, Konzerte, Museen oder Kunstausstellungen unter dem Weihnachtsbaum finden. 35 Prozent nannten Geldgeschenke als größten Weihnachtswunsch, jeweils 32 Prozent sprachen sich für Einladungen zum Essen und für Buchpräsente unter dem Tannenbaum aus.

Schaut man sich Geschlechter und Alter der Befragten an, gibt es aber durchaus große Unterschiede. Fast ein Drittel der Berlinerinnen wünscht sich laut Sparkassen-Umfrage auch Kosmetikartikel oder Parfüms, 21 Prozent wünschen sich Klamotten und jede fünfte Berlinerin auch Schmuck als Weihnachtsgeschenk. Bei den Männern könnte auch an Heiligabend gerne hochwertige Mediatechnik unter dem Weihnachtsbaum liegen (28 Prozent).

Nicht jeder Wunsch geht auch in Erfüllung

Im Altersgruppen-Vergleich wünschen sich vor allem jüngere Berliner Reisen oder Urlaube. 67 Prozent der 16- bis 29-Jährigen nannten diese Kategorie als größten Weihnachtswunsch. Jüngere Hauptstadt-Einwohner erfreuen sich aber durchaus auch an Spielekonsolen, Fernseher und Co. (40 Prozent) und Geld (50 Prozent). Im Alter hingegen nimmt der Wunsch der Berliner nach Geldgeschenken offenbar ab. 36 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und nur 26 Prozent der über 50-Jährigen nannten Geld als Wunschgeschenk an Weihnachten.

Mit Blick auf den Wohnort innerhalb Berlins gibt es kaum nennenswerte Unterschiede, ob Kinder im eigenen Haushalt wohnen, spielt bei den Weihnachtswünschen aber durchaus eine Rolle. Berliner mit Kindern in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus wünschen sich, so die Sparkassen-Studie, wesentlich häufiger Konsumgüter wie Mediatechnik, Modeartikel oder Sportgeräte. Je mehr Personen im eigenen Haushalt leben, desto größer ist auch der Wunsch nach Geld unter dem Weihnachtsbaum.

Wie die Umfrage zeigt, geht aber längst nicht jeder Weihnachtswunsch der Berliner auch in Erfüllung. Nur knapp 40 Prozent der Befragten sind demnach zufrieden mit ihren Geschenken. Für 22 Prozent der Berliner gehen die Wünsche immerhin noch teilweise in Erfüllung. 16 Prozent der Einwohner werden hingegen am Heiligen Abend regelmäßig enttäuscht. Jeder Fünfte wünscht sich da lieber gleich gar nichts.

Aber auch das Alter spielt bei der Beurteilung der erhaltenen Weihnachtsgeschenke eine Rolle. So sind Berliner im Alter von 16 bis 29 Jahren wesentlich zufriedener mit ihren Präsenten als Berliner, die 50 Jahre oder älter sind. In dieser Altersgruppe hat aber ohnehin jeder Vierte gar keine Wünsche mehr.

Mit Blick auf die Berufstätigkeit sind vor allem Berliner, die derzeit noch zur Schule gehen, eine Ausbildung absolvieren oder studieren, deutlich genügsamer. Diese Gruppe ist zu 56 Prozent zufrieden mit ihren Weihnachtsgeschenken. Generell sehen die Bewohner des lauten und oftmals stressigen Berlins Weihnachten aber auch als Zeit an, in der man zur Ruhe kommen kann. Auf die Frage, was zu Weihnachten wichtig ist, nannten 64 Prozent der Berliner, Zeit mit der Familie zu verbringen. Fünf Prozent wollen christliche Traditionen pflegen, vier Prozent sich um bedürftige Menschen kümmern.

Viele Berliner sind aber auch Weihnachtsmuffel. Fast ein Drittel (27 Prozent) sagte, Weihnachten habe keine Bedeutung. Deswegen würden diese Feiertage ignoriert.