Demonstrationen

Kraftwerksstürmung nicht Ziel: "Ende Gelände" kontert Leag

Eine Umweltschutzaktivistin vor den dampfenden Kühltürmen des Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde.

Eine Umweltschutzaktivistin vor den dampfenden Kühltürmen des Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde.

Foto: dpa

Cottbus. Nach den Kohle-Protesten in der Lausitz und im Leipziger Revier haben die Kohle-Gegner von "Ende Gelände" der Darstellung des Kraftwerksbetreibers Leag über eine angeblich von Demonstranten versuchte gewaltsame Stürmung des Kraftwerksgeländes Jänschwalde widersprochen. "Ende Gelände dementiert Meldungen der Leag und der Polizei, wonach eine Stürmung des Kraftwerks Jänschwalde versucht worden sei. Dies war zu keinem Zeitpunkt geplant und wurde auch nicht versucht", sagte Sprecherin Nike Mahlhaus am Sonntag.

Eine Annäherung an das Kraftwerk Jänschwalde durch die Demonstranten sei "nicht erfolgt": "Ziel der Blockade war, die Kohleverbindungsbahn südlich des Kraftwerks Jänschwalde zu blockieren." Der Kraftwerksbetreiber hatte während der Proteste am Samstag getwittert: "Etwa 200 Kohlegegner versuchen gewaltsam in das Kraftwerk Jänschwalde einzudringen."

Leag ergänzte am Sonntag nach Widerspruch in sozialen Netzwerken die eigene Darstellung vom Samstag auf Twitter und auf der Unternehmenshomepage. "Das war der Eindruck, den die Demonstranten in diesem Augenblick vermittelt haben. Es gab nach Aussage der Polizei eine massive Annäherung der Gruppe auf das Kraftwerksgelände zu, die nur durch starke Polizeipräsenz gestoppt werden konnte."

Tausende Kohle-Gegner hatten am Samstag Tagebaue in Sachsen und Brandenburg blockiert, um gegen die Klimapolitik der Bundesregierung zu protestieren. Die Aktivisten fordern einen sofortigen Kohleausstieg. Ziel der Bundesregierung ist ein Kohleausstieg bis 2038.