Brandstiftung

Schon jetzt mehr brennende Autos als im ganzen Jahr 2018

In Berlin brannten allein im November 24 Fahrzeuge. Gegen einen Serienbrandstifter wurde Anklage erhoben.

Berlin. Auch im Monat November brannten in Berlin wieder zahlreiche Autos. Nach Informationen der Berliner Morgenpost gingen im November 24 Fahrzeuge in Flammen auf. Das ist weniger als im Oktober, als 41 Fahrzeuge brannten. Insgesamt kletterte die Zahl in diesem Jahr bisher aber auf 478 Fahrzeuge. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr brannten 446 Fahrzeuge. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahre 2011: Damals waren es 527 Fahrzeuge.

Der Rückgang bei den Brandstiftungen gegen Ende dieses Jahres dürfte auch an einem Erfolg der Berliner Ermittler der „Ermittlungsgruppe Nachtwache“ beim Landeskriminalamt liegen. Denn ein notorischer Brandstifter und Wiederholungstäter war im August dieses Jahres von der Polizei in Hamburg ertappt und festgenommen worden. Der bereits einschlägig verurteilte Tatverdächtige gab später auch drei Brandstiftungen in Berlin zu. Weitere Ermittlungen ergaben, dass diesem Mann insgesamt 31 Taten einer Brandserie zugeordnet werden konnten.

Die wenigsten Brandstiftungen sind politisch motiviert

Inzwischen hat die Berliner Staatsanwaltschaft gegen den mutmaßlichen Serientäter Marcel G. Anklage wegen Brandstiftung an mehreren Autos erhoben. Dem 30-Jährigen wird vorgeworfen, in Berlin und Hamburg bei neun Taten insgesamt 15 Kraftfahrzeuge angezündet und zerstört oder beschädigt zu haben, wie die Staatsanwaltschaft diese Woche mitteilte.

Die Taten wurden in nahezu sämtlichen Berliner Bezirken verübt, wobei der Schwerpunkt im Osten der Stadt sowie in Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte lag. Nur die wenigsten Taten sind laut Polizei politisch motiviert. Der Großteil gehe auf das Konto von Brandstiftern ohne politische Motive wie dem in Hamburg verhafteten. Besonders schlimm war in diesem Jahr Ende Juli eine Brandnacht rund um den Kreuzberger Chamissoplatz. Dort wurden mehr als zehn Fahrzeuge angesteckt. Die Hitze war so stark, dass Fensterscheiben in anliegenden Wohnungen zersprangen.