Regierung

Ministerpräsident Woidke: BER-Eröffnung nicht groß feiern

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident in Brandenburg.

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident in Brandenburg.

Foto: dpa

Berlin. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke will keine große Sause zur Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER im kommenden Herbst. "Brandenburg richtet am 3. Oktober 2020 das zentrale Einheitsfest aus. Wir rechnen mit einer halben Millionen Gäste. Das wird ein Fest", sagte der SPD-Politiker der "Märkischen Oderzeitung" (Samstag). "Die Eröffnung des BER am 31. Oktober soll würdig und bescheiden begangen werden", so der Regierungschef weiter. "Eine große Feier würde ich nicht mitmachen. Das passt nicht. Das Projekt hat einfach zu viele Nerven gekostet."

Schwänzen will er aber nicht: "Ich habe hier in meinem Büro so viel Zeit mit dem BER verbracht, dass ich mir vor der Landtagswahl gesagt habe: Schon deshalb lohnt es sich, die Wahl zu gewinnen, um dann auch dabei sein zu können. Aber märkisch kurz und knapp."

Zur geplanten Fabrik des US-amerikanischen Elektroauto-Hersteller Tesla in Brandenburg sagte Woidke: "Tesla baut gerade Ansprechpunkte auf, um Fragen der Bevölkerung und der Presse zu beantworten. Wir haben eine Task Force ins Leben gerufen, und die Minister selbst treiben die Dinge voran." Außerdem beginne die Suche nach Arbeitskräften. "Die werden nicht nur im Radius bis Frankfurt (Oder) gesucht und in der polnischen Nachbarschaft. Sie können auch aus der Automobilbranche in Westdeutschland kommen, die gerade von großer Unsicherheit erfasst wird."

Woidke erklärte, er habe über die Verhandlungen mit Tesla nur Berlins Regierungschef Michael Müller vorab informiert, sonst niemanden. Die Zusammenarbeit beider Länder habe einen guten Stand erreicht. "Was die Wirtschaftspolitik betrifft, gibt es einen Punkt, der mich ärgert: Ich will gerne eine gemeinsame Wirtschaftsförderung. Aber Berlin will nicht bis nach Frankfurt (Oder), Elbe-Elster oder in die Prignitz gucken", kritisierte der Ministerpräsident. "Das Interesse endet am Autobahnring. Das ist für uns nicht akzeptabel. Die Hauptstadtregion reicht eben bis Mühlberg, Wittenberge und Schwedt."